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#VoicesOfPlebs: Taproot Update & was das bedeutet – Cercatrova Teil II

#VoicesOfPlebs: Taproot Update & was das bedeutet – Cercatrova Teil II

Cercatrova ist Bitcoin Maximalist, Lightning Node Betreiber und „just another pleb“ – und hat mit dem Fuchs Inc.-Team über Bitcoin, den Dschungel und einiges mehr gequatscht!

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Ein dezentrales Netzwerk updaten: Gar nicht mal so leicht

Was als nächstes bei Bitcoin ansteht, ist das Taproot Update. Aber wie läuft ein Upgrade bei einem dezentralen Netzwerk überhaupt ab? Cercatrova erklärt:

„Jetzt ist die Frage ja, wie updatest du so ein dezentrales Netzwerk, wenn du erstens nicht weißt, wer eine solche Software laufen hat, wo die sich befinden und was das für Leute sind. Denn meistens läuft der größte Anteil der Bitcoin Full Nodes im Tor-Netzwerk, damit auch die IP-Adresse nicht sichtbar ist. Du hast auf der einen Seite die Node-Betreiber, die diese Rules enforcen und dann hast du auf der anderen Seite die Miner, die die Blöcke und die Transaktionen in die Blöcke packen und diese Blöcke generieren.“

Nun haben wir die Miner mit Schreibrecht auf der Blockchain und die Nodes als Speicher der Blockchain.  

„Der Code von Taproot ist eigentlich nichts anderes als diese Implementation der Schnorr Signatures als Zusatz. Also es funktioniert immer noch mit den Elliptic Curve Sigantures. Native SegWit wird immer noch unterstützt. Taproot ist einfach eine neue Funktionalität, ein neues Stück Code mit den Schnorr Signatures. Bitcoin Core selber halt solche Versionsnummern. Die aktuellste Version ist die 21.1 Version. Das findest du alles auf Bitcoin.org, dort sind die ganzen Releases drauf. Und in dieser Version ist bereits der Code von Taproot schon drin. Also mein Node, der 21.1., der hat den Taproot Code bereits drin, nur er ist noch nicht aktiviert. Sollte deine Node noch eine ältere Version haben und du möchtest jedoch die Taproot Konsensusregeln enforcen, musst du dein Node auf die Version 21.1 updaten.“

Bitcoin ist eine direkte Demokratie

Die Entscheidung für das Taproot Upgrade traf die Miner-Community. Hier einen Konsens zu haben, ist für das Weiterbestehen wichtig. Schließlich könnte es sonst zu einer Fork kommen, bei der sich das Netzwerk – wie beispielsweise bei Bitcoin Cash erlebt – in zwei Projekte aufspaltet.

„Bitcoin ist eigentlich eine direkte Demokratie. Deshalb wurde dann ein neuer Ansatz gewählt, der wurde Speedy Trial genannt. Die Miner hatten einen Zeitraum von 6 Difficultyperioden, eine Difficultyperiode dauert 2016 Blöcke, was umgerechnet ungefähr 2 Wochen sind. Man gibt also den Minern 6 mal 2 Wochen Zeit und jedes Mal, wenn eine Diffucultyperiode zu Ende ist, dann wird geschaut wie viel Prozent von den Minern signalisieren, ob Taproot aktiviert wurde oder nicht. Wenn in einer Difficultyperiode von diesen sechs 90% oder mehr der Miner signalisieren, ja wir möchten Taproot – und 90% sind bei weitem mehr als eigentlich benötigt wird, weil eigentlich werden nur 51% benötigt – dann können wir sicher sein, okay, wir haben die Mehrheit hinter uns. Dann wird das automatisch aktiviert. Das wurde dann im Code so festgelegt.“


Mehr Transparenz für mehr Adaption

Nun schien sich die Mining-Community recht sicher zu sein, denn ein Großteil der Miner stimmte noch vor Ablauf der Voting-Periode für Taproot. Die Frage ist auch, warum Bitcoin nicht mit einer Default-Privatsphäre daherkommt. Cercatrova erklärt, warum die Transparenz auch ein Vorteil sein kann:

„Damit die Gesellschaft, die Menschheit überhaupt das Vertrauen in ein Asset und in eine Technologie wie beispielsweise Bitcoin bekommt, muss es verifizierbar sein. Bei einer derart neuen Technologie haben viele Menschen erst einmal eine Abwehrhaltung. Deshalb ist eine gewisse (!) Transparenz auf der Main-Ebene von Bitcoin, also der Blockchain, sinnvoll, um Vertrauen aufzubauen.“

Bisher standen den Bitcoin-Nutzern Features wie Lightning Network zur Verfügung, um für mehr Anonymität zu sorgen. Doch gibt es auch hier ein Problem, das Taproot lösen wird:

„Eine gewisse Transparenz auf der Blockchain ist wichtig. Sobald du aber ein Layer weiter nach oben gehst, z.B. ins Lightning Netzwerk und dort die Anonymität herstellst, dann muss auch die Brücke von On-Chain zu Lightning Netzwerk anonym sein, oder verschleiert. Da kommt Taproot mit den Schnorr Signatures ins Spiel, denn ein Lightning Kanal ist ja nichts anderes als eine 2-of-2-Multisig.“

Durch die transparenten Daten auf der Blockchain lassen sich allerdings Rückschlüsse darauf ziehen, welche Multisig-Adressen eigentlich einen Lightning-Kanal darstellen.

„Ich behaupte, dass 90% aller 2-of-2-MultiSig Wallets Lightning-Kanäle sind. Das ist natürlich auch ein bisschen heikel, weil wenn du einen Lightning Kanal öffnest, um im Lightning Netzwerk anonyme Transaktionen zu tätigen, möchtest, dann beim Schließen des Kanals jedoch jeder wieder mitbekommt, was der Endstatus von unserem Kanal ist, dann ist das nicht wirklich zielführend. Denn dann kannst du trotzdem einige Analysen machen und mit Umwegen aussagekräftige Rückschlüsse ziehen.“

Mit Taproot kommt eine Brücke zwischen On-Chain und Lightning ins Spiel. Denn Dank den Schnorr Signatures sieht eine Transaktion mit dem Corporative Close auf der Blockchain wie eine gewöhnliche SingeleSig Transaktion aus. Ein Force Close hingegen ist auf der Chain immer noch sichtbar.

„Dann hast du einfach nur eine Adresse, wo eine Signatur benötigt wird und man sieht nicht mehr, ob es ein MultiSig war, ob mehrere Co-Signer da waren, ob irgendwie ein Script dahinter war, oder was auch immer. Und wenn wir jetzt diese anonymen MultiSig und die normalen SingleSig Tansaktionen haben, dann entsteht Anonymität – wir können keine brauchbaren Rückschlüsse mehr aus den Daten ziehen.“

Wie die Umsetzung dann klappt, sehen wir im November (Blockhöhe 709632), wenn Bitcoin Taproot wirklich live geht.


Welche Vorteile bringt uns Taproot?

Also die bestehenden Systeme oder die bestehenden Versionen, die funktionieren genau gleich weiter. Es ist einfach wie eine zusätzliche Funktionalität, die optional ist. Du musst nicht updaten, wenn du das nicht möchtest. Wenn du das aber tust, dann hast du einfach mehr Möglichkeiten. Und gerade auch mit den Schnorr Signatures, die jetzt nicht nur zur Anonymität von Lightning Netzwerken beitragen, sondern auch wirklich sehr coole Scriptsachen bauen können, gerade im Multisig-Bereich. Also warum nicht?“

Allerdings erklärt Cercatrova auch, dass viele Miner sich ihrer Verantwortung nicht bewusst sind:

„Viele beschäftigen sich auch nicht so sehr mit den technischen Themen. Eigentlich haben die Miner eine hohe Verantwortung im Netzwerk. In einem Podcast von Stephan Livera erzählte ein Gast, dass viele Miner gar nichts vom Taproot Update wussten, weil sie sich nicht so intensiv mit diesen Themen befassen. Viele Miner sehen vordergründig nur den Profit. Diese Miner haben dann links und rechts geschaut, ok dieser Pool akzeptiert das Upgrade, also mache ich das auch. Dann kommt auch der wirtschaftliche Druck hinzu: wenn du der einzige Pool bist, der Taproot nicht unterstützt, dann verlierst du auch Kunden.“

Danke, Cercatrova!

Den ersten Teil des Interviews findest du hier!



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Marktupdate: Lightning Network und JPMorgan

Marktupdate: Lightning Network und JPMorgan

Während Finanzriesen wie JPMorgan Chase und Wells Fargo passive Bitcoin-Fonds für die Super-Reichen auflegen, wächst das Lightning-Network der Bitcoin Plebs rasant – Adaption in allen Bereichen.

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Die Super-Reichen engagieren sich in Bitcoin

Finanzriesen wie JPMorgan Chase und Wells Fargo machen es möglich: das bequeme Investment für Börsen-gewöhnte Investoren in Kryptowährungen. Beide Unternehmen haben passive Bitcoin-Fonds für ihre wohlhabenden Kunden beantragt.

Ganz ähnliche Bestrebungen sehen wir bei Coinbase. Die Krypto-Börse kooperiert nun mit einer der größten traditionellen Banken Japans, der Mitsubishi UFJ (MUFG) Financial Group, um deren Kunden einfachen Zugang zum Krypto-Versum zu bieten. Des Weiteren kündigte die Bank of New York Mellon (BNY Mellon) die Einführung einer neuen Krypto-Börse namens Pure Digital an. Dahinter steht ein Konsortium großer Finanzinstitute.

Jason Vitale, Global Head of Foreign Exchange bei BNY Mellon, erklärt:

„Digitale Vermögenswerte werden in den kommenden Jahren nur noch stärker in die globalen Märkte eingebettet. Und diese Zusammenarbeit steht im Einklang mit BNY Mellons breiteren Strategie zur Entwicklung einer digitalen Asset-Fähigkeit für Kunden über den gesamten Handelslebenszyklus.“

Während Goldman Sachs sich um einen DeFi-Fonds bemüht, bastelt auch der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock an seiner Krypto-Exposure. Das Unternehmen investiert fast 400 Millionen US-Dollar in zwei Bitcoin Mining Unternehmen: BlackRock hält seit dem 30. Juni 2021 6,71 % an Marathon Digital Holdings und 6,61 % an Riot Blockchain. Der multinationale Investmentriese verwaltet ein Gesamtvermögen von 9 Billionen US-Dollar.


Lightning, Lightning!

Schauen wir nun auf erfreuliche Entwicklungen im Bitcoin-Versum. Mittlerweile gibt es über 14.000 Nodes im Bitcoin Lightning Network. Vor rund einem Jahr waren es grade mal 6.100 Nodes – ein rasantes Wachstum, das ein klares Interesse der Bitcoin Plebs zeigt.

Da jeder Node mehrere Channels unterhalten kann, liegt die Anzahl der Lightning Channels deutlich über den 14.000 Nodes, und zwar bei fast 65.000. Die steigende Anzahl an Lightning Channels und Nodes bringt auch eine erhöhte Netzwerkkapazität mit sich. Wir sehen hier, dass mehr und mehr Menschen sich für Micro-Payments auf Bitcoin-Basis entscheiden und unabhängige Finanztransfers in ihren Alltag integrieren.

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Ein Bild von BitcoinVisuals

Nebenbei befasst sich auch Twitter CEO Jack Dorsey intensiver mit dem Bereich Bitcoin Lightning Network und schlägt vor, dass jeder Twitter Account mit einer Bitcoin Lightning Wallet verbunden werden soll.


Krypto-Adaption: Nicht mehr zu ignorieren

Während die Medienlandschaft immer mehr zu einem Flickenteppich aus sich widersprechenden Nachrichten wird, bleibt eine Tatsache dennoch unbeachtet. Das gigantische Ausmaß der fortschreitenden Krypto-Adaption. Wie uns der Chainalysis Global Crypto Adoption Index 2021 zeigt, explodiert die globale Akzeptanz von Kryptowährungen.

Ein Bild von Chainalysis

Chainalysis erklärt:

„Unsere Daten zeigen, dass Einwohner von immer mehr Ländern auf der ganzen Welt den Sprung in die Kryptowährung wagen oder eine Zunahme der bestehenden Akzeptanz feststellen. […] Am Ende des zweiten Quartals 2020, nach einer Phase mit geringem Wachstum, lag die globale Akzeptanz insgesamt bei 2,5, basierend auf unseren summierten Länderindexwerten. Am Ende des zweiten Quartals 2021 liegt dieser Gesamtwert bei 24. Das deutet darauf hin, dass die weltweite Akzeptanz seit dem dritten Quartal 2019 um über 2300 % und im letzten Jahr um über 881 % gestiegen ist.“

Für Chainalysis liegen die Gründe für die Adaption bei den vielen positiven Eigenschaften der digitalen Währungen. Allen voran die einfachen, grenzenlosen Transaktionen ohne Mittelsmänner und mit geringen Kosten. Die nächste Welle der Adaption soll dann durch den aufblühenden DeFi-Bereich angetriebenwerden.


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#VoicesOfPlebs: Taproot Update & was das bedeutet – Cercatrova Teil II

#VoicesOfPlebs: Cercatrova – „Die Menschheit hat mit Bitcoin genau eine Chance“

Cercatrova ist Bitcoin Maximalist, Lightning Node Betreiber und „just another pleb“ – und hat mit dem Fuchs Inc.-Team über Bitcoin, den Dschungel und einiges mehr gequatscht!

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Bitcoin, die einmalige Situation

Zunächst sprachen wir mit Cercatrova über… Bitcoin!

„Die Menschheit hat mit Bitcoin genau eine Chance, endlich auf ein hartes Geld umzusteigen und sich von diesem inflationären Wahnsinn zu lösen. Die Gesellschaft wird durch die Inflation indirekt beraubt und damit ist Schluss, sollte sich die Menschheit für einen Bitcoin Standard entscheiden. Wenn Bitcoin scheitert, dann kann kein Altcoinprojekt einfach sagen: wir sind das Bitcoin 2.0. Das gibt es einfach nicht, weil die Entstehungsphase von Bitcoin so einzigartig und einmalig war. Ich vergleiche das immer mit Tarzan, der im Dschungel mit den Tieren zusammen aufgewachsen ist. Eine einmalige Situation, die Mütter nun erfolglos versuchen nachzuahmen, indem sie ihre Kinder in den Dschungel werfen.“

Cercatrova geht davon aus, dass die Rückkehr oder ein „Outing“ von Satoshi Nakamoto im Space nicht viel ändern würde – schließlich ist Bitcoin schon etabliert. Trotzdem hat Cercatrova eine Vermutung, wer hinter dem pseudonymen Bitcoin-Erschaffer stecken könnte:

„Nick Szabo. Also Nick war derjenige, der die Idee hatte das ganze Ding, die verschiedenen Punkte mit dem Proof of Work usw. zusammenzubringen und Hal Finney war derjenige, der ihn technisch dabei unterstützt hatte und auch die größten Anteile der Private Keys von Satoshi hatte. Mit seinem Ableben hat er vielleicht vieles ins Grab mitgenommen und Nick hat dann möglicherweise auch gesagt, dass er sich zurückhält.“

Grundlage für diese Annahme ist das Whitepaper „BitGold“ von Nick Szabo aus dem Jahr 1998. 

„Wenn du das Ding durchliest, dann musst du dir zuerst die Augen reiben und sagen, ich habe doch gerade das Bitcoin Whitepaper vor mir. Es ist eigentlich 1:1 das Gleiche. Da kam dann einfach meine Schlussfolgerung, okay, er war derjenige, der die zündende Idee hatte und brauchte einfach noch Leute, um es technisch auch wirklich durchsetzen zu können und da kam dann Hal ins Spiel. Zudem hast du die Cypherpunk Gruppe von früher mit Adam Back und Gavin Andresen usw. und es gibt mittlerweile E-Mails oder Korrespondenzen von Satoshi zu praktisch allen Cypherpunks, nur nicht zu Nick. Also Nick ist fast die einzige Person, die keinen E-Mail-Kontakt mit Satoshi hatte. Da kann man dann 1 und 1 zusammenzählen. Aber wie gesagt, das sind alles nur Vermutungen und meine Meinung. Am Ende weiß ich es nicht und ich bin es definitiv nicht.“


„Ihr seid noch zu früh!“

Natürlich haben wir mit Cercatrova auch über die bullischen News bezüglich Bitcoin gesprochen – die Adaption als offizielles Zahlungsmittel durch das lateinamerikanische Land El Salvador.

„Ich finde das super. Aber als ich das gehört habe, habe ich gedacht, ihr seid noch zu früh! Ich habe eine Roadmap im Kopf: 2014/13 die ganzen Technik-Nerds, 2017 Retail-Markt, 2020/21 die Firmen und dann 2026 vielleicht die Länder. Allerdings ist es super, dass die Leute in El Salvador teilweise direkt mit Lightning onboarded werden und nun eine Alternative gegenüber dem US-Dollar haben.“

Besonders in Bezug auf kleinere Transaktionen bieten sich Lightning-Transfers bezüglich Anonymität und Datentransfer an.

Wie früh El Salvador mit der Bitcoin-Adaption dran ist, sehen wir im Vergleich zu anderen Ländern. In Hinblick auf Krypto-Steuern herrscht nämlich auch in den sogenannten „Krypto-Regionen“, wie beispielsweise der Schweiz, weiterhin Chaos und Unklarheit. Jedoch ist dies nicht überall in der Schweiz so. Es gibt durchaus Kantone, die sich mit dem Thema Bitcoin beschäftigen und da hat man auch die Möglichkeit seine Steuern in Bitcoin zu bezahlen (z.B. Kanton Zug).

Die EU und einige Staaten basteln derweilen an erweiterten Regulierungen. Ob die Bürokratie hinter den neuen Gesetzen auch mithalten kann, wird dann der Alltag zeigen.

„Die Regulatoren müssen verstehen, dass sie Bitcoin nicht einfach wie ein herkömmliches Asset regulieren können. Bitcoin ist runtergebrochen eigentlich nur Information. Wie kannst du Information regulieren?“


Auf ins Rabbit Hole

Cercatrova hat erstmalig im Jahr 2013 von Bitcoin gehört:

„Als ich es mir kurz angeschaut habe, dachte, ah cool, ein neues PayPal, na und? Und habe das zur Seite gelegt. 2016 habe ich mich dann das zweite Mal damit beschäftigt und da war irgendwie der Bitcoin Preis bei 400 US-Dollar und ich dachte, ich bin viel zu spät dran.“

Im Bärenmarkt 2018 hatte Cercatrova dann die Möglichkeit sich ohne den „noise“ links und rechts intensiver mit Bitcoin zu befassen. Kurze Zeit später setzte Cercatrova seinen ersten Node auf, richtete Hardware Wallets ein und stieg immer tiefer ins Rabbit Hole.

„Ich habe auch die Eigenschaften von Bitcoin immer mehr hinterfragt und überprüft. Dezentralität? Dezentral wurde Bitcoin eigentlich erst mit dem gewollten oder ungewollten Ausstieg von Satoshi Nakamoto.

„Aber das ist eigentlich das Beste, was Bitcoin passieren konnte, denn erst seit dem Abgang wurde es wirklich dezentral und der Community übergeben. Überall bei allen Altcoins und bei den ganzen Projekten, wo du eine Firma oder eine Foundation dahinter hast, was bei 99,9% aller Coins der Fall ist, da hast du einfach diese Dezentralität im Buch, aber nicht in Wirklichkeit. Denn das ist der erste Grund: Foundation und die ganzen Firmen. Dann kommt noch die ganze Art und Weise, wie die Blockchain aufgebaut ist und wie schmal, klein oder schlank diese ist.“

Einen Bitcoin Full Node kannst du derzeit auf einem Rasperry Pi laufen lassen.

„Jeder, der irgendwie einen Internetzugang hat, kann sich das leisten. Bei vielen anderen Krypto-Projekten sieht das ein bisschen anders aus. Als ich mich da eingearbeitet habe, wollte ich auch einen Ethereum Full Node betreiben und habe gesehen, ah dieser Full Node ist eigentlich gar nicht der Full Node. Sondern der Full Full Node, was alles abspeichert, ist dieser Archive Node, der ist mittlerweile irgendwie 2 TB groß und braucht eine Rechenleistung von fast einem Gaming PC oder noch mehr. Da kannst du natürlich 1 und 1 zusammenrechnen, dass gerade ein solcher Archive Node nicht auf einen Raspberry Pi zu Hause, bei mir, ein Meter neben mir jetzt, läuft, sondern irgendwo in der Cloud und niemand möchte ihn betreiben.“

Danke, Cercatrova!

Den zweiten Teil des Interviews gibt es in 7 Tagen!



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#wtfhappenedin1971 – Hier gibt es die Aufklärung!

#wtfhappenedin1971 – Hier gibt es die Aufklärung!

Fuchs Inc. Gründer erklärt uns, wtf eigentlich im Jahr 1971 passiert ist und was das für uns heute bedeutet!

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Was geschah eigentlich im Jahr 1971?

Was genau passierte damals rund um den US-amerikanischen Präsidenten Nixon?

Marc erklärt uns:

„Das ist eine interessante und auch sehr wichtige Frage und ich freue mich, dass das Thema zumindest in der Twitter Bubble in den letzten Tagen einiges an Aufmerksamkeit erhalten hat. Grund dafür war, dass am 15.08. der 50. Jahrestag des Endes des Goldstandards gezählt wurde und der Hashtag #wtfhappenedin1971 schaffte es dabei sogar in die Trends. Wir haben bei Fuchs Inc. für das ganze Thema rund um Goldstandard, Gold als Währung und der Entwicklung von Fiat Geld usw. eine komplette eigenständige School mit wertvollen Erklärungen, Zusammenfassungen und Quizzes aufgebaut, um dieses doch recht komplexe Konstrukt auf einfach Weise zugänglich zu machen.“ Hier geht es zur entsprechenden Lektion

Zusammengefasst kann man jedoch sagen, dass bis 1971 der US-Dollar zu einem festen Wechselkurs an Gold gekoppelt war. Somit diente Gold als Reserve für alle Währungen, da andere Währungen als der US-Dollar diesen als Reserve verwendeten.

„Dieses als Bretton Woods bekannte Geldsystem war der Vorläufer des aktuellen Fiat-Schuldgeldsystems. Dieses sorgte zumindest für eine Teildeckung der Währungen und verhinderte unkontrolliertes Gelddrucken immerhin partiell. Durch die Kopplung des US-Dollars an physisches Gold musste für das Erstellen weiterer US-Dollars auch mehr Gold hinterlegt werden bzw. für das Erstellen anderer Währungen mehr Dollar hinterlegt werden, wodurch ebenfalls mehr Gold benötigt wird.

Da die Produktion der US-Dollars jedoch den USA oblag und nur sie den Überblick hatten, konnte nicht nachvollzogen werden, ob tatsächlich genügend Gold für alle in Umlauf befindlichen US-Dollars vorhanden war. Gepaart mit den hohen Ausgaben für den Vietnamkrieg, schwand dabei das Vertrauen in das tatsächliche Vorhandensein von ausreichend Gold. Andere Nationen begannen, ihre gelagerten US-Dollars gegen Gold einzutauschen. Infolgedessen beendete Nixon den Goldstandard „temporär“. Vermutlich war tatsächlich nicht ausreichend Gold für alle kreierten US-Dollars vorhanden war.“


Die Auswirkung des Fiatgeldes auf unser Leben…

Was genau änderte sich in dem Moment für den Otto Normalverbraucher?

Marc erklärt uns:

„Im ersten Moment nicht viel – zumindest nicht merklich. Was durch die Abschaffung des Goldstandards möglich gemacht wurde, war im Grunde jedoch nichts Anderes, als das möglich Machen der Erstellung unbegrenzter Währung. Dies ist auf lange Sicht äußerst problematisch, da dies bei exzessiver und überverhältnismäßiger Nutzung die Währung entwertet, was allgemein als Inflation bekannt ist. Bei der Inflation gibt es meiner Meinung nach drei Kernprobleme:

  1. Sie ist im Alltag nicht merklich, da sie zunächst langsam voranschreitet. Erst bei Preisbetrachtungen über lange Zeiträume wird sichtbar, wie extrem die Auswirkungen sind. Doch wer schaut sich schon an, wie stark sich der US-Dollar innerhalb der letzten 50 Jahre entwertet hat?
  2. Nimmt Inflation erstmal Fahrt auf, kann sie nicht mehr gestoppt werden
  3. Sie ist im Grunde nichts anderes als zentral operierter Raub an der Arbeit des Bürgers

Und bis zur Erschaffung von Bitcoin gab es darüber hinaus nicht einmal eine sehr gute Möglichkeit, sich adäquat vor der von der Finanzelite getriebene Enteignung zu schützen.“

Aber was ist mit Gold, schließlich gilt Gold doch als „gutes Geld“?

„Gold war dabei weiterhin die beste Möglichkeit, aber unter dem Gesichtspunkt, dass dieser Markt höchstgradig kontrolliert und schwer zugänglich ist, war bzw. ist Gold ebenfalls nicht ideal. Glücklicherweise können wir heute auf Bitcoin zurückgreifen und aus dem alten, manipulierten und betrügerischen System aussteigen.“


Und so lange dauert „nicht für immer“!

Eigentlich wurde 1971 festgelegt, dass der Goldstandard vorübergehend ausgesetzt wird. Doch von „vorübergehend“ ist jetzt nicht mehr viel zu sehen.

„Nun ja, das ist wie bei eigentlich allen Angelegenheiten, bei denen es um Macht und Geld geht, leider die Regel. Werfen wir einen kritischen Blick auf viele Entwicklungen in der Vergangenheit, können wir erkennen, dass die meisten von Politik und Medien am höchsten priorisierten und gepushten Themen fast immer einer Agenda dienen. Würde man die Änderungen jedoch zu radikal umsetzen und im Falle des Endes des Goldstandards zum Beispiel direkt gesagt haben, dass dieser final beendet wird, hätte es viel mehr Aufruhr und Widerstand gegeben, da den Menschen eher bewusst wird, welche Änderung gerade vollzogen wird. Das gleiche Spiel sehen wir bei vielen anderen Themen, in denen Stück für Stück eine Grenze nach der nächsten überschritten wird. Bestes Beispiel: 2 Wochen um die Kurve abzuflachen. Nur ein kurzer Lockdown…“




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Marktupdate: Ist Bitcoins Early Adaption wirklich schon vorbei?

Marktupdate: Ist Bitcoins Early Adaption wirklich schon vorbei?

Langsam aber sicher häufen sich die Nachrichten um die Bitcoin Adaption. Immer mehr Unternehmen tummeln sich um die Kryptowährung und Finanzprodukte rund um den Alpha-Coin. In welcher Phase der Adaption befinden wir uns mittlerweile? Was hat ein deutsches Unternehmen mit der CBDC Ghanas zu tun? Und erinnerst du dich an Arthur Hayes, Benjamin Delo und Samuel Reed?

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Bitcoins Adaptionsgeschwindigkeit – Nicht mehr in der Early Adoption Phase?

Das Bitcoin Netzwerk zeigt laut den Daten von Krypto-Analyst Willy Woo eine rekordverdächtige Wachstumsrate. Willy Woo erklärt zur schnell wachsenden Anzahl an Bitcoin-Nutzern:

„Die Benutzer des Bitcoin-Netzwerks wachsen jetzt so schnell wie nie zuvor. 1,2 Millionen Benutzer kamen in den letzten 30 Tagen dazu. Beinhaltet keine Off-Chain-Benutzer an Börsen, wo wir normalerweise die dreifachen Zahlen sehen. Dies entspricht dem Onboarding eines Landes von der Größe El Salvadors alle 2 Monate.“

Doch auch andere Metriken zeigen, wie es um die Adaption der ersten Kryptowährung stehen. So erklärt beispielsweise Greg King von Osprey Funds, dass die Adaption neuer Technologien ist in Phasen aufgeilt ist:

„Die S-Kurve unterteilt die globale Akzeptanz in Phasen entlang des Wachstumszyklus: Innovatoren, Early Adopters, Early Majority, Late Majority und Laggards. Das meiste Wachstum findet während der frühen und späten Majoritätsstadien statt. Bitcoin ist 12 Jahre jung und liegt auf dieser Kurve viel früher als Gold, das seit Jahrtausenden ein Nachzügler ist.“

Laut der Adoption S-Curve könnte Bitcoin sich momentan bereits in der Early Majority-Phase befinden. Das würde bedeuten, dass wir die „Early Adopters“-Phase bereits hinter uns gelassen haben. Dennoch können wir weiterhin von uns behaupten „still early“ zu sein. King erklärt:

„Wir glauben, dass sich Bitcoin jetzt in der Early Majority-Phase befindet, gemessen an der Anzahl der globalen Investoren und dem bisher investierten Gesamtbetrag.“

Bitcoin & the Adoption S-Curve
Quelle: Osprey Funds


Bank of Ghana plant CBDC mit Giesecke&Derivent

Die Bank of Ghana wird ein CBDC-Pilotprojekt für Privatkunden starten, wie die Bank angekündigt hat. Dabei setzt das Finanzinstitut auf die Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen Giesecke+Derivent. Zusammen soll so die digitale Zentralbankwährung e-Cedi entstehen.

In einem Schreiben bezüglich der Kooperation erklärt Dr. Wolfram Seidemann, CEO des Unternehmensbereichs Giesecke+Devrient Currency Technology:

„Zentralbanken auf der ganzen Welt prüfen die Einführung von digitalem Geld als gesetzliches Zahlungsmittel. Die ghanaische Regierung geht als eines der ersten afrikanischen Länder nun in eine Pilotphase. Wir sind stolz darauf, Ghana mit unserer Technologie und Expertise zu unterstützen.“

Während einer dreiteiligen Testphase findet eine Studie zum Pilotprojekt zur Untersuchung der Akzeptanz von e-Cedi bei den Endnutzern statt.


Zwei seltsame DeFi-Hacks

Von dem rekordverdächtigen Hack auf die DeFi-Plattform Poly Network, hast du sicherlich gelesen. Wenn nicht, hier die Kurzversion:

  • Am Dienstag wurde das Poly Network gehackt und um 600 Millionen US-Dollar erleichtert
  • Das Poly Network-Team bat den Hacker auf Twitter die Gelder zurück zu transferieren
  • Der Hacker wiederum erklärt auf der Blockchain: „Es wäre ein Milliarden-Hack gewesen, wenn ich die restlichen Shitcoins transferiert hätte! Habe ich das Projekt gerade gerettet? Ich bin nicht so an Geld interessiert, überlege jetzt, einige Token zurückzugeben oder hier zu lassen.“
  • Kurze Zeit später transferiert der Hacker fast die Hälfte der gestohlenen Gelder nach und nach wieder an die Plattform.
  • Das Sicherheitsunternehmen Slowmist fand Fingerabdruck, E-Mail-Adresse und IP-Adresse des Angreifers heraus.  

Am Donnerstag gab es dann den nächsten Hack, diesmal bei DAO Maker:

  • Die Crowdfunding-Plattform verliert dabei zwar „nur“ 7 Millionen US-Dollar.
  • Dafür gab es hier auch keine interessante Korrespondenz mit dem Hacker.
  • Bei DAO Maker nutzte der Angreifer einen Exploit in einer der Krypto-Wallets mit Administratorrechten aus.
  • Bei den Untersuchungen unterstützt DAO Maker das Blockchain-Forkensikunternehmen Cipher Blade.

Erinnerst du dich an Arthur Hayes, Benjamin Delo und Samuel Reed?

Arthur Hayes, Benjamin Delo und Samuel Reed waren allesamt Mitglieder der Führungsetage der Krypto-Börse BitMEX. Allerdings kam es zu einer Klage, weswegen sich BitMEX mit dem U.S. Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) geeinigt hat. Die Vorgeschichte dazu? Von ungefähr 2014 bis 2020 ermöglichte BitMEX den Kunden den Handel mit Krypto-Derivaten. Allerdings ohne ausreichende Prüfung der Kundendaten. Angeblich soll das Unternehmen kein ausreichendes Anti-Geldwäsche-Programm gehabt haben, ferner die KYC-Prozesse nicht optimal durchgeführt haben.

In einem Beitrag erklärt der amtierende Vorsitzende Rostin Behnam:

„Dieser Fall bestärkt die Erwartung, dass die Branche für digitale Vermögenswerte, da sie weiterhin einen breiteren Kreis von Marktteilnehmern berührt, ihre Verantwortung in der regulierten Finanzbranche und ihre Pflichten zur Entwicklung und Einhaltung einer Compliance-Kultur ernst nimmt. Die CFTC wird unverzüglich Maßnahmen ergreifen, wenn Aktivitäten, die sich auf die Märkte der CFTC-Rechtsprechung auswirken, Bedenken hinsichtlich des Kunden- und Verbraucherschutzes aufkommen lassen.“

Nun hat sich BitMEX bereiterklärt, 100 Millionen US-Dollar für die Beilegung der Klage zu zahlen (meine Oma fragt sich, wieso die so viel Geld übrig haben).


„Perfektion existiert“

Klar, wir sprechen über Bitcoin. Vor gar nicht allzu langer Zeit hat Fuchs Inc. über das Wyckoff Modell berichtet. Damals erklärten wir euch:

„Wie auch das Stock-to-Flow Modell von PlanB, zeigt das Wyckoff Accumulation Model den möglichen weiteren Kursverlauf von Bitcoin auf. Auf der Grundlage des Wyckoff Modells soll es mit Bitcoins Dornröschenschlaf aber bald vorbei sein, und zwar sobald der Bitcoin Preis unter 29.000 US-Dollar gefallen ist.“

Chart von Willy Woo

Wie die Chart von Krypto-Trader @CryptoCapo_ zeigt, hat das Wyckoff Accumulation Modell die Bitcoin Preisbewegungen korrekt vorausgesagt.

In den nächsten Wochen könnte es also wieder interessant werden.


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