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Bitcoin erreicht All-Time-High & korrigiert, mehr Währung flutet den Markt, Ende der Corona Maßnahmen fraglich

Lieber Leser, liebe Leserin,

herzlich willkommen zur dritten Ausgabe des Wirtschaftsfuchs Newsletters. Ich und alle anderen Beteiligten hoffen, dass du bisher nützliche Informationen von uns erhalten konntest und dieses sich positiv auf dein Verständnis und ggf. dein Verhalten an den Märkten auswirkt. Unsere Community wächst und wir legen großen Wert darauf, dir genau das zu bieten, was dich interessiert. Aus diesem Grund möchte ich gerne nochmal darauf hinweisen, dass wir uns über jegliches Feedback freuen, da es uns helfen kann, unseren Newsletter und die darin enthaltenen Informationen zu verbessern.

In der letzten Ausgabe haben wir die Überschrift „Bitcoin auf dem Weg zu ATH (All Time High)“ verwendet und sollten damit recht behalten. Im heutigen Newsletter werden wir uns wieder sowohl charttechnische als auch fundamentale Daten und Informationen von Bitcoin ansehen und eine Einschätzung geben, wie die Entwicklung voranschreiten wird.

Viel Spaß beim Lesen!

Der Stimulus, der helfen muss

Was haben wir in den letzten Monaten nicht alles an Stimulus Paketen für die Wirtschaft gesehen. Egal, ob wir in die USA, hier im Euroraum oder woanders hinschauen: Die katastrophalen Auswirkungen der Coronamaßnahmen on top auf die sowieso angeschlagene Wirtschaftsstruktur werden mit mehr und mehr Gelddrucken bekämpft. Was erhofft man sich davon bzw. warum tut man das? Eine kleine Erklärung:

Der Grundstein zum Verständnis liegt in der Regel im Eigeninteresse des Menschen. Insbesondere in der Politik möchte jeder in seinem angenehmen Amt verbleiben, welches mit Einfluss und finanzieller Sicherheit einhergeht. Aus diesem Grund wird man in der Regel alles versuchen, dem Bürger einen gut erledigten Job zu verkaufen. In unserem Fall der Coronakrise möchte man als Politiker nicht „versagen“, indem man die Wirtschaft an die Wand fährt. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Otto Normalverbraucher in der Regel nicht sonderlich viel von Geldentstehung und Wirtschaftsmechanismen versteht. Allerdings möchte er seinen Job behalten, sein Auto fahren und Bundesliga gucken können, wenn ihm danach ist. Das Anwerfen der Gelddruckmaschine ermöglicht das (zunächst).

Wird das Geld vom Staat über die Zentralbank in seine Existenz geliehen, fängt es von dort an zu wandern. Es durchläuft zum einen Banken, die dieses neue Kapital verwenden, um mehr Giralgeld erschaffen zu können. Dieses brauchen sie auch, denn die niedrigen Zinsen tun dem Geschäft überhaupt nicht gut. Zum anderen werden dann durch Fiskalpolitik bestimmte Sektoren mit Aufträgen und Investitionen ausgestattet, wodurch die Liquidität, also die Währung, in den Kreislauf fließt. Von hier kann es dann ausgegeben werden und sich seinen Weg durch die Wirtschaft suchen. Der Otto Normalverbraucher ist glücklich, da er seinen Job behält und weiter fernsehen kann.

Was ihm hingegen keiner sagt, ist, dass dieses Vorgehen ganz und gar nicht nachhaltig ist. Ja, es geht eine Zeit lang gut. Mittlerweile seit einigen Jahrzehnten. Das Ende ist aber ebenfalls vorprogrammiert und es hat zwei mögliche Ausgänge: Hyperinflation oder Deflation (Crash). Vielleicht auch eine Kombination daraus. Wie genau der Ausgang sein wird, lässt sich kaum vorhersagen – dass es allerdings katastrophal wird hingegen schon.

Was in solchen Phasen notwendig wäre, ist eine Bereinigung des Marktes. Firmen müssen pleitegehen dürfen. Banken müssen pleitegehen dürfen. Dies führt zwar zu tiefen Einschnitten und herben Folgen für Teile der Bevölkerung, jedoch führt es aber auch dazu, dass sich das System erholen kann und Ressourcen in Form von Kapital und Humankapital sich neu und sinnvoll in der Wirtschaft verteilen können.

Wie ich jedoch eingangs erwähnte, würde das ein schlechtes Licht auf die Amtsträger in der Politik werfen, da der Bürger vergessen und verlernt hat, dass Pleiten Teil einer funktionierenden Wirtschaft sind. Problematisch ist auch, dass sobald dieses Spiel einmal angefangen ist, es immer weiter durchgezogen wird und Schulden mit Schulden bekämpft werden. Das ist in etwa so, als würde ich versuchen, Feuer mit Öl zu löschen. Wir können uns dieses Spektakel als ein Spiel mit einer tickenden Zeitbombe vorstellen. Man weiß, dass sie explodiert, versucht aber, sie in diesem Moment nicht in den Händen zu halten.

Ich schreibe über dieses Thema, da ich verdeutlichen möchte, wie marode unser Währungssystem ist und dass es in Zukunft nicht bestehen kann, es ist unmöglich. Diese Erkenntnis bringt uns näher zu Bitcoin und weiter weg vom Fiat. Denn Fiatwährungen ermöglichen exponentielles Schuldenwachstum erst und haben in der Vergangenheit in tausenden von Beispielen nicht einmal Bestand gehabt. Verstehen wir das, können wir dementsprechend handeln und die Folgen für uns mindern, bzw. sogar Chancen daraus nutzen.

Die Grafik rechts habe ich schon häufiger gezeigt und mach es gerne wieder, da sie das von mir beschriebene Szenario recht gut abbildet.

Die Geldmenge bestimmt die Aktienmärkte

Der Chart zeigt deutlich, wie stark der Preis des S&P 500 und die Geldmenge (Global Liquidity Proxy) miteinander korrelieren. Nach dem herben Einbruch im Februar und März 20 wurde die Geldmenge sukzessive erhöht und hat den S&P 500 sozusagen „aufgefangen“. Eine analoge Entwicklung lässt sich in allen großen Indizes entdecken.

Verstehen wir das, verstehen wir auch, dass Zentralbanken (in Kombination mit Staaten), die Märkte beinflussen bzw. sogar manipulieren. Es bringt uns zu der Erkenntnis, dass mehr Geld zu höhreren Aktienpreisen führt, auf der anderen Seite sollten wir aber nicht vergessen, dass mehr Geld auch zu weniger Kaufkraft führt. Kein guter Deal.

Besonders problematisch wird die Angelegenheit dann, wenn selbst die unglaublichen Stimuluspakete und Gelddruck-Verrenkungen nicht mehr zu neuen starken Rallyes führen. Es ist ein erstes Anzeichen dafür, dass die Wirkung der Maßnahmen abflacht und die Lage sich zuspitzt. Schauen wir uns dir großen Indizes an, sehen wir hohe Volatilität (also starke Schwankungen), welche in der Regel für Unsicherheit sprechen. Die große Frage ist, wie lange das noch gut geht und wie sich die Geldmenge analog dazu verhält. Es gibt im Grunde nur ein Mittel, um die Wirtschaft vor dem Abschmirgeln zu bewahren. Schulden durch Schulden bekämpfen bzw. Feuer mit Öl löschen. Wir werden also immer mehr Geld in den Kreislauf fließen sehen und das höchstwahrscheinlich auch noch in anderen Facetten wie z.B. Helikopter Geld, bei dem jeder Bürger einfach Geld geschenkt bekommt. Hört sich im ersten Moment gut an, raubt aber jegliche Kaufkraft und führt uns sicher in die Hyperinflation. Zur besseren Einschätzung sehen wir uns heute den Dow Jones-Index an.

Bitcoin berührt das All-Time-High & korrigiert

Lange habe ich und ziemlich sicher auch viele andere auf diesen Moment gewartet: Bitcoin setzt ein neues All Time High und verpasst allen Kritikern eine Abfuhr. Für die im Krypto-Space Aktiven sind überall positive News über Bitcoin zu lesen und die Preisprognosen großer Bankenhäuser treiben einem das Lächeln ins Gesicht. Erst ganz frisch äußerte sich nun auch der CEO von BlackRock, eine Vermögensverwaltungsfirma mit sieben Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen, über Bitcoin und ließ verlauten, dass Bitcoin eine Gefahr für den US-Dollar als Reservewährung spielen könnte.

Bezüglich Paypal zeigt eine Umfrage, dass bereits 17% von PayPals Usern aus den Vereinigten Staaten Bitcoin mittels der Bezahl-App gekauft haben. Das ist eine überwältigende Zahl, insbesondere in Anbetracht der kurzen Zeitspanne seit der Verkündung und der Implementation. Wir dürfen gespannt sein, wie sich diese Entwicklung weiter entfaltet und wie die Akzeptanz in anderen Ländern sein wird. Man kann die Art von PayPal, wie sie die Bitcoinverwahrung handhaben, sicherlich kritisieren, positiv für Bitcoin an sich ist es aber allemal, da nun auch der Average Joe einfach Bitcoin über einen ihm vertrauten Provider kaufen kann. 

Weitere interessante Informationen werden aus dem extrem inflationsgebeuteltem Land Venezuela vermeldet. Dort hat das Militär angefangen, Bitcoin Mining Facilitäten in Betrieb zu nehmen, um die Solvenz zu wahren. Dies ist eine Entwicklung, über die ich bereits viel gesprochen habe: Regierungen wollen Bitcoin zwar nicht, da er ihnen das Geldmonopol entzieht, früher oder später werden sie sich jedoch aus unterschiedlichen Gründen beugen. Der Iran hat vor einigen Wochen den Anfang gemacht und Bitcoin dazu auserkoren, die Subventionen zu umschiffen. Venezuela nutzt Bitcoin nun, um nicht komplett in der finanziellen Bedeutungslosigkeit zu versinken. Andere Nationen werden aus verschiedenen Beweggründen folgen.

Alles in allem setzt sich der Trend fort und wir sehen viele institutionelle Player (nun auch offiziell) in den Markt strömen. Was man schon vor zwei Jahren am Over the counter Markt (Privatverkäufe von Bitcoin ohne Auswirkung auf den Preis) erahnen konnte, scheint sich nun zu bestätigen. Große Player mögen zwar überrascht tun, ich persönlich kaufe ihnen das jedoch nicht ab und bin der Überzeugung, dass sie ihre Taschen über die letzten Jahre ordentlich gefüllt haben. Das bedeutet, dass Bitcoin nicht mehr einfach nur Spielgeld oder eine wilde technologische Idee ist. Ganz im Gegenteil: Bitcoin ist in der Wallstreet angekommen und wird dort nicht mehr verschwinden. Der Durchschnittsbürger bekommt davon bisher nichts mit und wird völlig überrascht sein, wenn der Bitcoin-Preis erneut durch die Decke geht. Aus vergangenen Phasen können wir relativ sicher sagen, dass sich dann wieder FOMO (Fear of missing out; Die Angst, nicht bei der Rally dabei zu sein) breit machen wird. Jeder will dann auf einmal noch der große Gewinner sein. Dies ist der Moment, an dem wir die richtige Rally sehen werden.

Bitcoin Preisvorhersage Modell

Der Abstand zwischen Modellvorhersage und dem Bitcoin-Preis ist nach wie vor recht deutlich. Wie ich es in den vorherigen Ausgaben bereits angemerkt habe, ist dieses Verhalten nicht ungewöhnlich und wir konnten es schon in vorherigen Zyklen beobachten. 

Interessant für uns sind zwei Fakten:

1. Wir kennen dieses Verhalten, weswegen es uns nicht aus der Ruhe bringen oder an dem Modell zweifeln lassen sollten.

2. Sollte sich das Verhalten wiederholen, wovon wir aufgrund der Historie ausgehen können, haben wir bereits jetzt schon ein enormes Potenzial allein durch die Rückkehr zur Modelllinie.

Die Kurve des S2F Modells beginnt gerade erst, sich exponentiell zu entfalten. Sollte sich der Bitcoin Preis weiterhin an ihr orientieren und die Lücke sogar schließen können, ist ein rasantes Wachstum zu erwarten. Unser Stock to Flow Modell gibt aktuell einen Preis von rund 37.000 US-Dollar vor. Ich persönlich rechne damit, dass es noch einen Moment dauern sollte, bis beide Linien auf einem Level sind, dieser Punkt aber nicht allzu weit in der Zukunft liegt.

Welche Rolle spielen Altcoins?

Noch ein paar Worte zum Altcoinmarkt: Wie ich bereits häufig betont habe, ist Bitcoin die Revolution und Altcoins können unter Umständen an der einen oder anderen Stelle tolle Verbesserungen bringen. Um das generelle Sentiment besser einschätzen zu können, macht es Sinn, sich die Bitcoin Dominanz anzusehen. Sie gibt an, wie hoch der Anteil des Marktvolumens von Bitcoin gemessen am Marktvolumen des gesamten Kryptomarktes ist. In der letzten Zeit lässt sich recht gut beobachten, dass Bitcoin in der Regel die Richtung vorgibt und Altcoins während der Konsolidierung von Bitcoin nachziehen. Dieses Verhalten bildet sich selbstverständlich auch in der Dominanz ab und lässt hin und wieder Rückschlüsse zu, wenn wir eine Altcoin Rally sehen. Grundlegend sinkt die Dominanz seit einiger Zeit, was dafür spricht, dass Investoren dem Markt wieder mutiger entgegentreten und versuchen, monetäre Potentiale in Altcoins zu nutzen.

Ergänzend möchte ich gerne noch darauf hinweisen, dass eine Rally in Bitcoin meist für den gesamten Kryptomarkt positiv ist. Ein steigender Bitcoinpreis sorgt für stärkeren Kapitalzufluss und einige Aktuere suchen in finanzielles Glück dann in Altcoins, da sie dort noch besonders früh sein können, aber trotzdem spät genug sind, um nicht zu viel Risiko für potentiell weiteres Abwärtspotential in Kauf nehmen zu müssen. Dies ist einer der Gründe, warum wir regelmäßig Altcoins analysieren. Durch fundamentales Wissen über Coins ist man in der Lage (sollte man auf Altcoins setzen wollen), die fundamental bestmöglichen zu wählen und somit das Risiko nochmals zu verringern.

Altcoin der Ausgabe

Aufgrund einiger unvorhersehbarer Ereignisse müssen wir die angekündigte Analyse von Polkadot leider um eine Woche verschieben. Aus diesem Grund möchten wir euch ein Projekt vorstellen, dass wir uns bereits vor einiger Zeit genauer angesehen haben und das uns gut gefiel. Das heutige Altcoinprojekt heißt Grin und wir ordnen es den Währungen zu. Äußerst gut gefällt uns bei Grin, dass es genau wie Bitcoin ein von der Community getriebenes Projekt ist und darüber hinaus die Erweiterung durch das Mimble Wimble Protokoll enthält, dass Transaktionen verschlanken und anonymisieren kann.

Altcoin der Ausgabe

Content-Wünsche, Themenvorschläge und Anreize jeglicher Art bitte am einfachsten über die Telegram Gruppe, alternativ auch per E-Mail an marc@wirtschaftsfuchs.de senden.

Und auch heute: Sollten dir die Chartanalysen gefallen haben, kannst du cryptory.de gerne einen Besuch abstatten – ein sympathisches und professionelles Team.

Wir hoffen, auch diese Ausgabe konnte dir ein paar spannende und lehrreiche Einblicke bieten!

Viele Grüße,
Marc

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