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Realwirtschaft steht unter Beschuss – Hat die Wallstreet einen neuen Gegner? – Tesla kauft Bitcoin

Lieber Leser, liebe Leserin,

was waren das für zwei verrückte Wochen! Abgesehen von der durchschaubaren politischen Vorgehensweise zur schrittweisen Verlängerung der Pandemie-Maßnahmen und dem Amplifizieren der daraus entstehenden Katastrophe ist im Krypto- und vor allem Bitcoin-Bereich einiges passiert! Ergänzt wird das noch durch die auf Reddit (Social Media Plattform) gestartete Bewegung von Wallstreetbets, die offiziell ein Problem mit der Wallstreet und den ein oder anderen Hedgefonds ganz schön ins Schwitzen gebracht hat. Was genau passiert ist, was wir daraus lernen können und was Tesla CEO Elon Musk mit Bitcoin zu tun hat, erfährst du in der heutigen Ausgabe.

Ich wünsche viel Freude beim Lesen und spannende Erkenntnisse!

Wirtschaft, wo stehst du?

Bevor wir uns einzelne Details der vergangenen 14 Tage ansehen, verschaffen wir uns wie immer zuerst einen Überblick über die gesamtwirtschaftliche Lage, die sich leider wie zu erwarten weiterhin verschlechtert. Die Politik hält weiterhin an den strikten Maßnahmen zur Schließung der Geschäfte fest und legt damit den Grundstein, dass diese dann auch dauerhaft ist. Jede Hoffnung vom Ende es „Lockdown Light“ wird rasch durch erneute Verlängerung zerstört. Das tatsächliche Ausmaß dieses Verhaltens ist dabei jedoch noch überhaupt nicht abzusehen, nur abzuschätzen, da erneut die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht verlängert wurde. Diese Verlängerung sorgt damit dafür, dass wir gar keine zugänglichen Informationen bekommen, wie es um diese Geschäfte überhaupt steht. Dass diese Nummer hässlich enden wird, dürfte mittlerweile vielen klar sein. Nur denke ich, dass kaum jemand wirklich greifen kann, WIE hässlich es wird. Die Kaschierungsmethoden erfüllen aktuell noch ihren Zweck und Aussetzen der Insolvenzen und Vollpumpen mit Stimuluswährung verschleiern die prekäre Lage, lösen sie aber keineswegs.

Mal völlig abgesehen, was man von dem Virus und den Maßnahmen der Regierung hält, muss man sich langsam fragen, ob die Lösung nicht schlimmer als das Problem wird. Nur leider tun das zu wenige, da meines Erachtens dem Großteil der Bevölkerung nicht klar ist, was die Folgen eines wirtschaftlichen Totalausfalls sind. Vielen schwebt bei diesem Gedanken sicherlich vorrangig die Finanzkrise von 2008/2009 im Kopf rum: Und die Erfahrung mit dieser Krise löst bei den meisten nur Schulterzucken und die Überlegung „Davon hat man doch gar nichts gemerkt“ aus. Um mich dem Sprech führender Zentralbankpolitiker zu bedienen, möchte ich hier entgegenbringend „dieses Mal ist alles anders“ beipflegen.

In der Krise 2008 handelte es sich größtenteils um eine Verursachung durch die Finanzwirtschaft, welche dann Auswirkungen auf die Realwirtschaft hatte. Durch das Intervenieren der Zentralbanken in diese Finanzwirtschaft konnte die Realwirtschaft allerdings stabilisiert werden, mit dem Preis, dass die Finanzwirtschaft auf noch wackligere Beine gestellt wurde. In der aktuellen Phase haben wir es also mit einer unglaublich wackligen Finanzwirtschaft zu tun, bei der parallel dazu noch heftigst an der Realwirtschaft gesägt wird (Ladenschließungen, heftige Regulationen etc.). 

Durch die extremen Maßnahmen sorgen wir also dafür, dass das Fundament, auf dem unsere Gesellschaft aufgebaut ist, kurz vor dem Zerbröckeln steht. Und wenn der erste Stein in dieser Domino-Reihe fällt, wird kaum ein Sektor davon verschont bleiben. Was bringt mir Finanzwirtschaft, wenn die wichtigsten Dinge zum Leben kaum noch oder nicht mehr produziert werden?

Ich möchte hier einfach verdeutlichen, dass man über geldpolitisches Jonglieren zwar das ein oder andere vorerst deichseln kann, uns das alles aber nichts bringt, wenn keine Produkte und Dienstleistungen mehr erstellt bzw. erbracht werden und der Tausch zum Erliegen kommt. Ich möchte auch betonen, dass ich keinesfalls als Schwarzmaler auftreten will, aber betrachten wir die aktuelle Lage, gibt es leider kein Szenario aus dieser Misere, das einen guten Ausgang hat. Selbst wenn die Maßnahmen sofort enden und die Wirtschaft florieren würde, führte unser Schuldgeldsystem uns am Ende in den Abgrund.

Viele Davids gegen Goliath

Dass unser Finanzsystem von Betrug und Machteinfluss geleitet wird, fällt glücklicherweise einer zunehmenden Anzahl an Menschen auf und viele wollen diese Unfairness nicht auf sich sitzen lassen. Da die Finanzelite seit über einem Jahrhundert von der Ausbeutung des Otto Normalverbrauchers profitiert und sich dementsprechend als Goliath präsentiert, kann der Einzelne kaum etwas ausrichten. Es hat sich jedoch kürzlich ein Kollektiv zusammengeschlossen, das du eventuell schon unter dem Namen Wallstreetbets wahrgenommen hast. Dabei handelt es sich um eine Bewegung, die auf Reddit gestartet ist und versucht, große Investoren wie Hedgefonds in den Ruin zu treiben. Doch bevor ich erkläre, was da eigentlich genau passiert ist, möchte ich auf einen wichtigen Aspekt hinweisen: Nichts ist so, wie es scheint, die Wallstreet hat extrem viel Macht und sie besteht nicht aus Idioten, weswegen wir auch solche Entwicklungen immer kritisch betrachten sollten. Was das Thema Wallstreetbets angeht, haben wir keinen blassen Schimmer, wer tatsächlich dahintersteckt und welche Intentionen verfolgt werden. Trotzdem können wir uns ansehen, was passiert ist.

Der Gruppe Wallstreetbets ist es gelungen, ein äußerst riskantes Geschäft eines großen Hedgefonds mit der „GameStop“ Aktie zu identifizieren und dieses Vorgehen für einen Angriff zu nutzen. Und zwar war der Hedgefond „Melvin Capital“ eine enorm große Short Position bei der Aktie eingegangen, was bedeutet, dass sie sehr viele GameStop Aktien verkauft haben, ohne diese zu besitzen

EXKURS: Shorts bzw. Leerverkäufe

Ein Short ist im Grunde nichts anderes als das Wetten auf einen fallenden Kurs. Um diese Wette einzugehen, leiht sich der Short-Seller kein Geld, sondern die Aktie von einem Broker, um diese dann in den Markt zu verkaufen. Um seine Schuld zu begleichen, muss der Short-Seller dann die entsprechenden Aktien zurückgeben. Sollte der Preis wie angenommen fallen, kann der Short-Seller sich die Aktien zu einem günstigeren Kurs, als zu dem er verkauft hat, wieder am Markt einkaufen und zurückgeben. Die Differenz aus Verkaufspreis und Einkaufspreis ist dann der Profit.

Im Fall GameStop kam es dann aber dazu, dass Wallstreetbets eine Armada an Hobby-Investoren mobilisierte, die ohne Ende GameStop Aktien kaufte. Der dadurch entstandene Kaufdruck ließ den Preis in astronomische Höhen springen, wodurch Melvin Capital vor einem großen Problem stand: Um die geliehenen Aktien zurückzuzahlen, hätte man sie sich extrem teuer am Markt kaufen müssen. Die dafür aufzubringende Summe überstieg zwischenzeitig sogar zehn Milliarden US-Dollar, mehr als Melvin Capital überhaupt wert ist. Durch dieses Schwarmvorgehen war es also möglich geworden, den Hedgefond in die Insolvenz zu treiben. Das hört sich für viele schön an, hat aber unweigerlich starke Konsequenzen. Wenn eine Firma wie Melvin Capital pleite geht und die Aktien nicht zurückzahlen kann, ist die Sache damit nicht beendet. Die Schuld, die Melvin Capital sich damit aufgeladen hat, sorgt bei dem Gläubiger von Melvin Capital im Anschluss für herbe Probleme, da nun auch dieser einen extremen Wertverlust hat, was ihn in Richtung Insolvenz treibt. Seine Insolvenz wiederum führt seine Gläubiger in Richtung Insolvenz: Das Kartenhaus fällt zusammen.

Umso erschreckender zu sehen war es, dass dem Großteil der aufgestachelten Davids das überhaupt nicht bewusst war und sie keine Idee der Konsequenzen hatten. Versteh mich nicht falsch, ich bin sicherlich der Erste, der sich ein besseres Finanzsystem wünscht. Aber ich bin auch dementsprechend darauf vorbereitet. Und genau das ist übrigens auch eins meiner Ziele: Neben dem Aufzeigen der wahrscheinlichen Szenarien, möchte ich dich auf alle Eventualitäten vorbereiten.

Elon ist dem Chart beigetreten

Die meiste Aufmerksamkeit erntete wohl eine Handlung von Tesla CEO Elon Musk. Am 29. Januar 2021 änderte er kurzerhand seine Twitter Profilbeschreibung zu ausschließlich „#Bitcoin“, was einen enormen Ansturm auf die Kryptowährung verursachte. Als reichster Mann der Welt und mit fast 46 Millionen Followern hat Elon Musk einen enormen Einfluss und es wird teils sogar vom Elon-Musk-Effekt gesprochen. Allein die Änderung seiner Profilbeschreibung sorgte für einen kurzzeitigen Preisanstieg von über 10% bei Bitcoin. Unterstrichen wurde dieses dann noch von einer Aussage in einem Interview, in dem er sich positiv über Bitcoin äußerste.

Doch damit nicht genug: Kurz nachdem Musk auf Twitter mit Bitcoin im Profil für Aufsehen gesorgt hatte, wurde gerade frisch vor einigen Tagen bekannt, dass Tesla bereits letztes Jahr Bitcoin im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar gekauft hat und darüber hinaus sogar erklärte, dass man plane, in naher Zukunft auch Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Dieser Schritt von Tesla hat enorme Auswirkungen, da es die Wahrnehmung von Bitcoin für immer verändert. Wir können uns ziemlich sicher sein, dass nun viele weitere Unternehmen folgen und Unmengen an trashigem Fiatgeld in Bitcoin stecken werden. Für den Preis wird das extrem positiv sein.

Wir erkennen hier also klar den Trend, dass Bitcoin stärker in die Köpfe wohlhabender Menschen und Institutionen rückt. Ich habe in der Vergangenheit schon viel darüber geschrieben und die Zahl der Supporter und positiven Stimmen vergrößert sich stetig. Neben einer Investitionsplanung des Bill Miller Funds in Höhe von 300 Millionen US-Dollar hat auch z.B. Starinvestor Ray Dalio Bitcoin eine Store of Value Funktion zugesprochen. Begleitet wird diese Entwicklung von einem neuen Höchststand an aktiven Bitcoin-Adressen, was ein Zeichen für wachsende Adaption ist.

Auch die Entwicklung der Akzeptanz und Adaption von Bitcoin durch Staaten nimmt weiter und weiter zu. Der Iran besitzt mittlerweile über 45.000 Mining-Maschinen und die Ukraine zieht die Nutzung seiner Atomkraftwerke als Energielieferant für das Mining in Betracht. Anders als Bitcoin mit herben Regulationen zu bekämpfen, versuchen also einige Staaten sich den Space zunutze zu machen. Eine Entwicklung, über die ich auch bereits häufiger gesprochen habe, wenn Zweifel an einem Verbot von Bitcoin aufkamen: Geopolitisch gesehen versuchen sehr viele Nationen sich gegenseitig auszustechen und werden jede Möglichkeit dafür in Betracht ziehen. Und wenn jemand Bitcoin verbietet, ermöglicht dies einem anderen, daraus einen Vorteil zu erzielen, in dem man Regulationen senken und dadurch Kapital anziehen kann.

Chartanalyse Bitcoin 11/02/21

Bitcoin Midterm mit Potenzial. Nach vier Wochen Konsolidierung brach der Bitcoin nun aus einer recht kurzen Bullenflagge aus (orangener Kanal). Solche abwärtsgerichteten Korrekturen sind bullisch zu werten, da sie den Bullen eine kleine...


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Die für Bitcoin extrem guten Neuigkeiten hatten selbstverständlich sehr positiven Einfluss auf die Preisbildung und Bitcoin war erneut in der Lage, ein neues Allzeithoch zu erzielen. Ich habe in der letzten Ausgabe bereits darauf hingewiesen, dass die etwas herbere Korrektur niemanden aus der Fassung bringen und vielmehr als Kaufgelegenheit gesehen werden sollte, da erstens der Markt aus fundamentaler Sicher sehr gut aussieht und zweitens solche Preiskorrekturen insbesondere in starken Anstiegsphasen normal sind. Eine sehr gute Grundlage für unsere Annahmen bietet unser selbst entwickeltes Stock to Flow Modell, dass weiterhin einiges an Luft nach oben anzeigt.

Altcoin Rallye & Altcoin der Ausgabe

Wie wir bereits vor 14 Tagen sehen konnten, sollten unsere Modelle recht behalten und die Altcoin Rallye ab Ende Januar Fahrt aufnehmen. Nach dem bereits zuvor verhältnismäßig hohen Anstieg der Altcoins konnten diese in den vergangen zwei Wochen nochmal ordentlich zulegen und das Gesamt-Marktvolumen aller Kryptowährungen außer Bitcoin hat sich seit Jahresbeginn fast um den Faktor 2,5 erhöht. Bitcoins Marktvolumen ist im gleichen Zeitraum um etwa 60% gestiegen. Da es jedoch den Anschein macht, als würde Bitcoin zum nächsten stärkeren Schub nach oben ansetzen, könnte dieser verhältnismäßig starke Anstieg der Altcoins wieder abflachen.

Auch für den Altcoin dieser Ausgabe haben wir wieder unsere Abonnenten abstimmen lassen und die Wahl ist auf das Oracle-Projekt Chainlink gefallen. Chainlink konnte in den letzten Monaten sehr viel Wertzuwachs verzeichnen, was das Projekt in die Top 10 nach Marktvolumen brachte. Chainlink ist ein auf Ethereum basierendes Projekt, das durch seinen Oracle Service den Transfer von Daten aus der realen Welt ohne notwendiges Vertrauen auf die Blockchain ermöglicht. Das Segment der Oracles ist im Blockchain Bereich definitiv ein Wachstumsmarkt, da mit Erweiterung der Möglichkeiten auch neue Herausforderungen, wie das Einspeisen von Daten aus der Welt außerhalb der Blockchain, notwendig werden.

Altcoin der Ausgabe

Chainlink (LINK) Fundamentalanalyse

Chainlink ist ein auf Ethereum erstellter Token, der eine Lösung für den Transfer von Daten aus der realen Welt auf die Blockchain bietet. Für diesen Mechanismus wird, wie bei Vorgängen innerhalb einer Blockchain, ein Ansatz benötigt, der ohne jeg...


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Chartanalyse Chainlink 11/02/21

Chainlink ist anders, als andere Altcoins Vergleicht man die Altcoin-Charts aus den letzten Analysen, erkennt man, dass sie sich grundlegend von LINK/BTC unterscheiden. Die vorherigen Charts kannten nur eine Richtung: Abwärts. LINK ist anders!...


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Content-Wünsche, Themenvorschläge und Anreize jeglicher Art bitte am einfachsten über die Telegram Gruppe, alternativ auch per E-Mail an marc@wirtschaftsfuchs.de senden.

Und auch heute: Sollten dir die Chart Analysen gefallen haben, kannst du cryptory.de gerne einen Besuch abstatten – ein sympathisches und professionelles Team.

Ich hoffe wie immer, dass diese Ausgabe sowohl spannende als auch lehrreiche Einblicke liefern konnte. Die nächste Ausgabe kommt wie gewohnt in 14 Tagen! Möglicherweise werden wir für die darauffolgende Ausgabe dann bereits in der Lage sein, dich in die neue Mitglieder-Lounge einzuladen. Lass dich überraschen!

Viele liebe Grüße,
Marc

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