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Geldflut: Hyperinflation oder Crash? – Bitcoin schwächelt – Zentralbanken mögen Bitcoin nicht.

 

Lieber Leser, liebe Leserin,

in der heutigen Ausgabe des Newsletters beschäftigen wir uns wieder mit aktuellen Themen und schauen uns an, welche Folgen daraus am wahrscheinlichsten sind. Die wirtschaftliche Lage ist ungewiss und beginnt an vielen Existenzen zu nagen. Insbesondere Einzelhandel und Gastronomie stoßen in Reihen an ihre Grenzen und auch die Geldflut scheint dies nicht mehr aufhalten zu können. Kommt nun ein Crash? Oder sehen wir Hyperinflation? Diese Frage dürfte aktuell Vielen im Kopf rumschweben und ich gebe eine Einschätzung dazu ab.

Bitcoin hingegen durchläuft die erste größere Korrektur in diesem Aufwärtstrend, die vorrangig durch erste Gewinnmitnahmen und kritische Äußerungen von Zentralbanken und Regierungen getrieben sein dürfte. Diese teils heftigen Einbrüche haben so manchen schon ordentlich schwitzen lassen. Wie diese Entwicklung einzuschätzen ist, wie es weitergehen wird und was im Altcoin Segment gerade passiert, erfährst du im Laufe dieser Ausgabe.

Und nun geht es direkt zu den Themen, ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Geldflut tut selten gut

Nachdem die zuvor ungesehene wirtschaftliche Rettungsaktion in Form von Währung-erschaffen in der Finanzkrise 08/09 den Weg für unsere aktuelle Situation geebnet hat, bringt sie uns nun in eine Einbahnstraße. Das künstliche Erschaffen von Geld mag zwar temporär Wohlstand erzeugen, dieser steht jedoch auf äußerst wackeligen Beinen. Dieses Kartenhaus wurde zu und nach der Finanzkrise immer höher gebaut und stellt jede Volkswirtschaft in Zeiten von Corona vor die Zerreißprobe. Wie viel hält eine Währung aus?

Es mag vielen zwar nicht dämmern, dass auch Währungen kollabieren können, wofür es die unterschiedlichsten Gründe gibt. Sowas passiert doch nicht, dieses Mal ist alles anders, Zentralbanken wissen schon, was sie tun und viele mehr. Ganz so leicht kommen wir aus der Nummer allerdings nicht raus. Das Erschaffen von Währung hat im Grunde eine für jeden sehr leicht nachvollziehbare Auswirkung: Sie wird weniger wert.

EXKURS: Wenn es nur Äpfel und Währung gäbe

Ein einfaches Beispiel: Nehmen wir an, in einer Volkswirtschaft gäbe es nur eine Produktart, und zwar Äpfel. Außerdem gibt es noch Währung, mit der man die Äpfel kaufen kann. Angenommen es gäbe insgesamt 10 Äpfel und 10 Euro, dann würde jeder Apfel einen Euro kosten. Angenommen es gäbe 10 Äpfel und 20 Euro, dann würde jeder Apfel zwei Euro kosten. Bedeutet also: Mehr Währung bei gleicher Anzahl an Gütern führt zu Geldentwertung und somit zu höheren Preisen. Und genau das gleiche Prinzip tritt ein, wenn die Zentralbank einfach Währung erschafft.

All das Gerede von Geldpolitik, „stabilen“ Preisen, Zinsmanipulation, Repo-Geschäften, Rettungsschirmen, Velozität, Konsumentenpreis-Index und so weiter legt zwar einen Nebel auf dieses einfache Prinzip, ändert seinen Kern jedoch nicht. Auch wenn einem dieses Prinzip klar ist, heißt das noch lange nicht, dass auch die Folgen daraus klar sind. Wie geht es weiter?

Hyperinflation oder Crash?

In der Finanzkrise stürzten die Preise für Aktien, Immobilien und viele weitere Anlagen ins Bodenlose. Währung wurde en masse in das System gepumpt, um die in nächster Instanz folgenden Pleiten zu verhindern. Viele Insolvenzen konnten dadurch sicher verhindert werden, der Preis dafür ist jedoch nicht gering. Was für viele so aussieht, als würde „der Staat“ eingreifen, heißt grundlegend nichts anderes, als dass die Bevölkerung die Kosten trägt. Jeder Bürger gibt seinen Teil für die Rettung dazu, ob er will oder nicht. Denn die Erhöhung der Geldmenge ist genau das, nur in anderer Form. Man nimmt dabei nicht dem Einzelnen etwas weg, sondern erhöht einfach die Gesamtmenge und macht damit den Anteil des Einzelnen weniger Wert.

In der letzten Wirtschaftskrise sahen wir also einen Crash und die Inflation blieb erstmal im Verborgenen, von Hyperinflation keine Spur. Die zu dieser Zeit erschaffene Währung ist aber nicht weg, sie ist noch vorhanden und könnte in dieser schwierigen Phase zu einem anderen Outcome führen.

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Wie es bei so vielen wirtschaftlichen Fragen oftmals nahezu unmöglich ist, die zukünftigen Entwicklungen vorherzusagen, ist es auch in diesem Fall schwer abzusehen. Wenn wir uns jedoch den enormen Anstieg der Geldmenge vor Augen führen und einen Blick in die Realwirtschaft werfen, sieht es auf jeden Fall düster aus. Angesichts vergangener (z.B. Simbabwe) und aktueller Inflationen (z.B. Venezuela, aufgrund des Ölvorkommens einst eines der reichsten Länder der Welt) dürfen wir auf keinen Fall den Fehler machen und eine Hyperinflation als Ammenmärchen abtun. Die Inflation ist bereits in vollem Gang, was wir an den teils utopischen Bewertungen einiger Aktien- und Immobilienmärkte sehen.

Ich sehe die Situation so, dass eine Hyperinflation nur durch das Zurückfahren der Zentralbanken und einen daraus folgenden Crash aufzuhalten wäre. Dies hätte zur Folge, dass sehr, sehr viel Wohlstand zerstört würde, da es aufgrund der vielen Zombie-Unternehmen (siehe letzte Ausgabe des Newsletters) und der aktuellen wirtschaftlichen Lage plötzlich zu einer enormen Pleitewelle und Kreditausfällen käme. Banken würden implodieren und so ziemlich jeder Bürger seine dort gesparte Währung verlieren. Die Rechnung für das jahrzehntelange Beleihen der Zukunft würde bezahlt werden und Leid und Elend der Extraklasse wären vorprogrammiert. Ein Szenario, das man besser verhindern sollte, oder?

Hyperinflation ist mehr als wahrscheinlich

Machen wir uns nichts vor: Das Alternativszenario sieht nicht besser aus, denn es kann nur Hyperinflation sein. Die enorme Verschuldung fordert ihren Tribut in Form von immer mehr und mehr Währung, damit das Kartenhaus nicht in sich zusammenfällt. Schulden, die nicht bezahlt werden können, kumulieren sich immer weiter, sodass auch mehr Währung hinzugeführt werden muss. Und die Folgen einer Hyperinflation sind nicht besser, als die eines großen Crashs. Ein Blick nach Venezuela zeigt uns, in welche Armut die Menschen dort verfallen sind. Das Geld der Regierung ist nichts mehr wert, es liegt einfach auf der Straße rum. Es wird gar nicht mehr aufgesammelt, weil es sich schlichtweg nicht lohnt. 

Solange solch eine Situation ein einziges Land betrifft, ist das zwar schrecklich, aber es gibt Möglichkeiten, sich dieser schlimmen Situation zu entziehen. Geschieht das Ganze jedoch global, worauf wir hinsteuern, ist das die reinste Katastrophe. 

Bei dieser Betrachtung kommt hinzu, dass es unwahrscheinlich ist, dass Zentralbanken das System fallen lassen, indem sie die Gelddruckmaschinen stilllegen. Nicht nur könnten sie die Schuld dann nicht mehr von sich weisen, auch würde die Finanzelite herbe Verluste einfahren. Solange die Geldmaschine läuft, wird an der Spitze Geld verdient, welches auf der anderen Seite für das Erwerben von Sachwerten genutzt werden kann. Niemand killt seine goldene Gans. Ich gehe also stark von Hyperinflation aus, wobei diese womöglich auch durch einen herben Crash begleitet werden könnte. Das ist jedoch schwer absehbar, da man weder die Motive noch die Fähigkeit der Zentralbank auch nur halbwegs sicher annehmen kann. Vielleicht sind sie dieses Mal nicht in der Lage, das System zu stützen. Aber solange es ihnen dient, werden sie alles Menschenmögliche versuchen.

Wir sehen also, dass wir in einer verdammt miesen Lage sind und genau das ist einer der Gründe, warum Bitcoin so eine unglaublich wichtige Rolle spielt. Sollte eine Hyperinflation beginnen und sich wie ein Flächenbrand auf der Erde verteilen, ist Bitcoin wohl der beste Rettungsanker. Ein begrenztes Gut, das zugleich das beste Geld ist, das wir jemals hatten, kann solch eine Lage schnell unter Kontrolle bringen. Mit dem Effekt, dass diejenigen, die Bitcoin bereits vorher besaßen, zu unvorstellbarem monetären Reichtum gelangen werden. Die daraus entstehende Vermögensumverteilung wäre ungesehen.

Schwächelt Bitcoin?

Bereits in der letzten Ausgabe habe ich der Korrektur von Bitcoin einen Absatz gewidmet und darauf hingewiesen, dass dieser nicht als problematisch anzusehen ist. Nach diesem extrem schnellen Anstieg ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass die Preisentwicklung sich etwas abkühlt. Selbst wenn alle fundamentalen Bewertungsfaktoren auf Vollgas voraus stehen – was bei Bitcoin aktuell an sich der Fall ist – kommt es immer wieder zu kurzfristigen Gewinnmitnahmen. Die gleiche Entwicklung sahen wir auch vor 4 Jahren, als Bitcoin innerhalb von ein paar Monaten vom alten Allzeithoch bei 1.100 US-Dollar auf rund 20.000 US-Dollar schnellte. Das sind knapp 2.000%. Aktuell sind wir rund 50% über dem letzten Allzeithoch, also besteht unter dieser Betrachtung noch viel Luft nach oben. Auch an dieser Stelle verweise ich gerne zusätzlich wieder auf die Vorhersage unseres Stock to Flow Modells, dem wir aufgrund seiner Genauigkeit starkes Vertrauen entgegenbringen. Und das Modell sagt uns noch eine wilde, freudige Fahrt voraus.

Zentralbanken & Regierungen mögen Bitcoin nicht

Nachdem Christine Lagarde, Vorsitzende der Europäischen Zentralbank, sich kritisch über Bitcoin und Kryptowährungen geäußert hat und behauptete, dass damit fast ausschließlich Geldwäsche und kriminelle Aktivitäten finanziert werden, hat nun auch die neue Finanzministerin der USA Janet Yellen (Ehemalige Vorsitzender der amerikanischen Zentralbank) eine stärkere Regulierung gefordert. „Man müsse die Nutzung einschränken“ ließ sie ebenfalls mit der Kriminalitäts-Argumentation verkünden. Wir sehen also, wie wir bereits angenommen haben, dass der erste Widerstand seitens Regierungen und Zentralbanken aufkommt. Dies ist eine nicht überraschende Entwicklung angesichts der Tatsache, dass Staaten und Zentralbanken es lieben, das Geld zu kontrollieren. Denn Geld regiert die Welt. Bitcoin können sie nicht kontrollieren und genau das ist der Dorn im Auge. Auch diese negativen Äußerungen könnten in den vergangenen Tagen einen negativen Einfluss auf den Preis gehabt haben. Meiner Meinung nach sollten solche Aussagen jedoch niemanden verunsichern, denn Bitcoin hat den Point of no return überschritten. Zu viele Menschen haben bereits verstanden, dass das grundlegende Problem des meisten Übels das derzeitige Geldsystem ist und dass Bitcoin die Lösung dafür bietet. Was im kleinen als idealistische Entwicklung startete, ist zu groß zum Stoppen geworden.

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Interessant sind auch die sich häufenden Aussagen und steigenden Aktivitäten im Bereich der Zentralbank-Kryptowährungen. Diese sind laut Aussagen der Regulierer gut und bringen viele Vorteile mit sich. Zum Beispiel die Abschaffung von Bargeld, die Kontrolle allen Geldes und damit auch die Kontrolle über jedes Individuum. Keine schöne Aussicht.

Ein Blick auf unser Bitcoin Preisvorhersage-Modell zeigt hingegen eine schöne Aussicht. Durch die Korrektur des Preises auf der einen und die fortschreitende Steigung der Modellvorhersage auf der anderen Seite, haben sich die beiden Linien zunächst wieder voneinander entfernt. Die Betonung liegt hierbei auf zunächst, denn nicht nur der Chart, auch das generelle Sentiment ist weiterhin durchaus positiv geprägt. Und angesichts der momentan großen Schwankungen von Bitcoin kann sich der Preis in sehr kurzer Zeit rasant nach oben bewegen. In der Größenordnung, in der der Bitcoin-Preis sich aktuell befindet, können Schwankungen von 5.000 US-Dollar bis 10.000 US-Dollar in ein paar Tagen durchaus vorkommen.

Altcoin Rallye

In der letzten Ausgabe haben wir verkündet, dass unser Modell davon ausgeht, dass wir zu Ende des Monats eine verhältnismäßig stärkere Entwicklung im Altcoin Segment sehen werden. Und tatsächlich sehen wir, dass sich das Marktvolumen aller Altcoins im Vergleich zum Marktvolumen von Bitcoin im Januar stärker entwickelt hat. Dies zeigt, dass Altcoins im Schnitt stärker gestiegen sind. Bitcoins Marktvolumen lag zum Jahresstart bei 539 Milliarden US-Dollar und liegt aktuell bei knapp unter 600 Milliarden US-Dollar, was ein Anstieg von knapp 10% ist. Das Marktvolumen der Altcoins ist im gleichen Zeitraum um über 50% gestiegen, was ein klares Indiz für einen stärkeren Zuwachs ist. Unsere Modelle gehen davon aus, dass dies noch etwas länger gehen wird.

Altcoins der Ausgabe

Content-Wünsche, Themenvorschläge und Anreize jeglicher Art bitte am einfachsten über die Telegram Gruppe, alternativ auch per E-Mail an marc@wirtschaftsfuchs.de senden.

Und auch heute: Sollten dir die Chart Analysen gefallen haben, kannst du cryptory.de gerne einen Besuch abstatten – ein sympathisches und professionelles Team.

Wir hoffen, dass dir diese Ausgabe gefallen hat und dir ein paar spannende Einblicke eröffnen konnte.

Viele liebe Grüße,
Marc

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