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#VoicesOfPlebs: Bitcoin ist der Big Bang – ExplorerDavid

#VoicesOfPlebs: Bitcoin ist der Big Bang – ExplorerDavid

ExplorerDavid/Call of Crypto (CoC) ist ein Crypto-Monk und sein eigener Expeditionsleiter, wenn’s mal wieder ein kryptisches Rabbit Hole zu erforschen gibt. Zusammen mit dem Fuchs Inc. Team hat CoC sein Werdegang sowie viele Expeditionen und Erfahrungen in einer lockeren Hang Out Runde geteilt.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Lesen!


„Ich habe aber nichts verstanden. Gar nichts.“

Ok, lieber David, wie bist du den in den Krypto-Bereich eingestiegen?

„Ja, wie bin ich dazu gekommen? Ich habe ein Studium in Management und Ökonomie gemacht, sowie einen handwerklichen Beruf gelernt. Eigentlich wollte ich Ingenieur werden, das hat dann nicht wirklich geklappt. Ich war immer schon so ein Typ, der sich mit dem Status Quo nicht zufriedengeben konnte. Also das Thema Innovation war immer in meinem Kopf, in meiner DNA. Wenn ich irgendwas in Excel eingegeben habe, habe ich gedacht, das muss man automatisieren können. Das ist totaler Schrott, was wir hier machen.“

Also hat sich David der Digitalisierung gewidmet und ist dabei im Jahr 2013/2014 auf Bitcoin gestoßen.

„Zu dem Zeitpunkt war es aber so, du machst ein Studium, gibst die Kohle für dein Studium aus, musst ein Auto bezahlen, Miete. Und man muss noch dazu sagen, ich komme aus der klassischen Arbeiterfamilie. Da war so dieser Grundgedanke, du musst was in die Lebensversicherung packen oder in deinen Fond oder irgendwas anderes, damit du überhaupt ein bisschen was sparst und dann irgendwann, wenn du 60 bist, mal eine kleine Summe bekommst.“

Bitcoins Idee fand David aber super und er begann das Whitepaper zu studieren.

„Ich habe aber nichts verstanden. Gar nichts.“

Zwei Jahre später stieß David dann wieder auf Bitcoin und diesmal beschäftige er sich tiefergehend mit der Technologie dahinter. Und investieren wollte David auch:

„Eigentlich war ich so weit, bin aber dann daran gescheitert, dass ich gedacht habe, nee komm, jetzt hast du da ein bisschen was zusammengespart, mach das nicht. Das ist zu unsicher. Du musst den Schlüssel aufschreiben, David, du bist ein Schlunz.“


„Wieder zurück zu Bitcoin. Deep Dive diesmal.“

Mit dem Studienabschluss im Jahr 2015 kam dann die Zeit, in der sich David wirklich mit Bitcoin auseinandersetzte:

„Wieder zurück zu Bitcoin. Deep Dive diesmal.“

Auf Twitter entdeckte David dann den Bitcoin-Space:

„Ich kam gar nicht mehr klar mit den ganzen Kürzeln. Bin dann aber immer tiefer reingegangen und habe dann verstanden: boah, Bitcoin, wenn das funktioniert und wenn da so eine gewisse Schwelle übertroffen wird und dann nicht mehr so die schlechte Publicity da ist und dass dann viele seriöse Anbieter auf diesen Zug aufspringen, hey, dann könnte das was werden. Ich habe dann damals schon mit Freunden darüber gesprochen. Keiner hat mich verstanden.“

Außer ein Arbeitskollege, mit dem David dann über Bitcoin sprechen konnte. Aber informierte Ansprechpartner zu finden, war weiterhin schwierig. Nach den ersten Investitionsversuchen, die David auf den ersten Emotional-Rollercoaster führten, begann er die Marktzyklen aus der Sicht eines Ökonoms zu bewerten und weitere Coins für sich zu entdecken:

„Ich habe mich nach und nach überall reingegraben, viele Scams und Shitcoins entdeckt. Wie ein Goldjäger, packst du deine Sachen und sagst, alles klar, ich gehe jetzt noch tiefer rein. Bis 2019 war ich dann gut investiert.“


Aus Konsument wird Vermittler

Und auch wenn Bitcoin der heilige Gral ist, führte der jahrelange Prozess David tiefer in den Krypto-Space, wo er auf viele interessante Projekte stieß.

„Es war schwierig für mich, Leute zu finden, die einen nicht verarschen, auf Deutsch gesagt. Weil, du hast so ein paar Leute angeschrieben: kannst du mir ein bisschen helfen? Und du hast dann sofort gemerkt, der will irgendwie dann hintenrum an deine Wallets oder schreibt dir da einfach Müll auf oder, was dann zu dem Zeitpunkt für mich auch noch nicht so klar war, dass bei Twitter so viele Fake Accounts unterwegs waren.“

Und dann beschloss David, selbst auf Twitter aktiv zu werden und andere Menschen über den Krypto-Space aufzuklären.

„Aber mir ging es schon darum, eigentlich ein bisschen aufzuklären. Und da wollte ich niemanden haben, der maximalistisch ist. Auch diese Erfahrung musste ich machen. Darf man sein. Ich bin auch offen und möchte auch argumentieren. Und Bitcoin ist für mich mehr als Gold, Bitcoin ist für mich einfach die Disruption fürs Finanzsystem. Das ist der Big Bang, um das zentrale Finanzsystem einfach auf den Kopf zu stellen. Ich denke dieses System funktioniert nur, wenn ganz, ganz viele mitmachen.“



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„Was ist denn Inflation?“

Fragwürdig für David ist der Einstieg der Wall Street und Banken in den Space:

„Es ist einfach nichts anderes als, dass einer mit viel Macht den Markt manipuliert. Ich glaube einfach der wichtige Punkt bei Bitcoin und bei der Blockchain und bei der Dezentralität ist: Eine Bank sagt jemandem nicht, ob er diese Transaktion durchführen darf oder nicht. Dem Bitcoin Netzwerk ist es vollkommen egal, ob du im Iran sitzt, ob du auf Mallorca oder sonst wo bist. Mich interessiert deine Identität einfach nicht und ich will es auch gar nicht wissen und du darfst von A nach B ein Asset verschieben. Und ich glaube, wir Europäer sind da sehr, sehr satt geworden in Sachen hey ja, ich kriege meinen Lohn, alles supi. Ja okay, Inflation. Was ist denn Inflation? Viele sind gar nicht darüber aufgeklärt, was das bedeutet. Jeder der Ökonomie studiert hat, weiß, oh, das gibt es ja dieses magische Dreieck und das muss alles in einem gewissen Muster stehen und dann ist eine Inflation von 2% doch vollkommen normal.“

Wie das traditionelle Finanzsystem funktioniert, spürte David dann in Bezug auf seine wertfreie Azubi-Lebensversicherung:

„Nachdem ich dieses Schreiben 2019 bekommen hatte, habe ich gesagt wir gehen all in. Mir ist das vollkommen egal. Wirklich, ich habe mich von Aktienmarkt komplett verabschiedet. Ich benutzte Krypto für Payments, ich benutzt Krypto zum Investieren. Ich benutze Krypto für Giveaways. Ich benutze Krypto für NFTs, für Collections, für Abstimmungen. Also ich würde sagen, ich bin eher ein Anwender, immer noch ein Ökonom und vielleicht eher ein Stratege in der Sache.“


Stay tuned – wir haben noch mehr von ExplorerDavid zu berichten! Teil II des Interviews folgt in einigen Tagen!



Du hast Fragen ans Fuchs Inc.-Team?

Dann schreib uns eine Mail an fragen@fuchs-inc.de oder per Twitter an @TheRealAlexKo


#VoicesOfPlebs: Cercatrova – „Die Menschheit hat mit Bitcoin genau eine Chance“

#VoicesOfPlebs: Cercatrova – „Die Menschheit hat mit Bitcoin genau eine Chance“

Cercatrova ist Bitcoin Maximalist, Lightning Node Betreiber und „just another pleb“ – und hat mit dem Fuchs Inc.-Team über Bitcoin, den Dschungel und einiges mehr gequatscht!

Wir wünschen dir viel Spaß beim Lesen!


Bitcoin, die einmalige Situation

Zunächst sprachen wir mit Cercatrova über… Bitcoin!

„Die Menschheit hat mit Bitcoin genau eine Chance, endlich auf ein hartes Geld umzusteigen und sich von diesem inflationären Wahnsinn zu lösen. Die Gesellschaft wird durch die Inflation indirekt beraubt und damit ist Schluss, sollte sich die Menschheit für einen Bitcoin Standard entscheiden. Wenn Bitcoin scheitert, dann kann kein Altcoinprojekt einfach sagen: wir sind das Bitcoin 2.0. Das gibt es einfach nicht, weil die Entstehungsphase von Bitcoin so einzigartig und einmalig war. Ich vergleiche das immer mit Tarzan, der im Dschungel mit den Tieren zusammen aufgewachsen ist. Eine einmalige Situation, die Mütter nun erfolglos versuchen nachzuahmen, indem sie ihre Kinder in den Dschungel werfen.“

Cercatrova geht davon aus, dass die Rückkehr oder ein „Outing“ von Satoshi Nakamoto im Space nicht viel ändern würde – schließlich ist Bitcoin schon etabliert. Trotzdem hat Cercatrova eine Vermutung, wer hinter dem pseudonymen Bitcoin-Erschaffer stecken könnte:

„Nick Szabo. Also Nick war derjenige, der die Idee hatte das ganze Ding, die verschiedenen Punkte mit dem Proof of Work usw. zusammenzubringen und Hal Finney war derjenige, der ihn technisch dabei unterstützt hatte und auch die größten Anteile der Private Keys von Satoshi hatte. Mit seinem Ableben hat er vielleicht vieles ins Grab mitgenommen und Nick hat dann möglicherweise auch gesagt, dass er sich zurückhält.“

Grundlage für diese Annahme ist das Whitepaper „BitGold“ von Nick Szabo aus dem Jahr 1998. 

„Wenn du das Ding durchliest, dann musst du dir zuerst die Augen reiben und sagen, ich habe doch gerade das Bitcoin Whitepaper vor mir. Es ist eigentlich 1:1 das Gleiche. Da kam dann einfach meine Schlussfolgerung, okay, er war derjenige, der die zündende Idee hatte und brauchte einfach noch Leute, um es technisch auch wirklich durchsetzen zu können und da kam dann Hal ins Spiel. Zudem hast du die Cypherpunk Gruppe von früher mit Adam Back und Gavin Andresen usw. und es gibt mittlerweile E-Mails oder Korrespondenzen von Satoshi zu praktisch allen Cypherpunks, nur nicht zu Nick. Also Nick ist fast die einzige Person, die keinen E-Mail-Kontakt mit Satoshi hatte. Da kann man dann 1 und 1 zusammenzählen. Aber wie gesagt, das sind alles nur Vermutungen und meine Meinung. Am Ende weiß ich es nicht und ich bin es definitiv nicht.“


„Ihr seid noch zu früh!“

Natürlich haben wir mit Cercatrova auch über die bullischen News bezüglich Bitcoin gesprochen – die Adaption als offizielles Zahlungsmittel durch das lateinamerikanische Land El Salvador.

„Ich finde das super. Aber als ich das gehört habe, habe ich gedacht, ihr seid noch zu früh! Ich habe eine Roadmap im Kopf: 2014/13 die ganzen Technik-Nerds, 2017 Retail-Markt, 2020/21 die Firmen und dann 2026 vielleicht die Länder. Allerdings ist es super, dass die Leute in El Salvador teilweise direkt mit Lightning onboarded werden und nun eine Alternative gegenüber dem US-Dollar haben.“

Besonders in Bezug auf kleinere Transaktionen bieten sich Lightning-Transfers bezüglich Anonymität und Datentransfer an.

Wie früh El Salvador mit der Bitcoin-Adaption dran ist, sehen wir im Vergleich zu anderen Ländern. In Hinblick auf Krypto-Steuern herrscht nämlich auch in den sogenannten „Krypto-Regionen“, wie beispielsweise der Schweiz, weiterhin Chaos und Unklarheit. Jedoch ist dies nicht überall in der Schweiz so. Es gibt durchaus Kantone, die sich mit dem Thema Bitcoin beschäftigen und da hat man auch die Möglichkeit seine Steuern in Bitcoin zu bezahlen (z.B. Kanton Zug).

Die EU und einige Staaten basteln derweilen an erweiterten Regulierungen. Ob die Bürokratie hinter den neuen Gesetzen auch mithalten kann, wird dann der Alltag zeigen.

„Die Regulatoren müssen verstehen, dass sie Bitcoin nicht einfach wie ein herkömmliches Asset regulieren können. Bitcoin ist runtergebrochen eigentlich nur Information. Wie kannst du Information regulieren?“


Auf ins Rabbit Hole

Cercatrova hat erstmalig im Jahr 2013 von Bitcoin gehört:

„Als ich es mir kurz angeschaut habe, dachte, ah cool, ein neues PayPal, na und? Und habe das zur Seite gelegt. 2016 habe ich mich dann das zweite Mal damit beschäftigt und da war irgendwie der Bitcoin Preis bei 400 US-Dollar und ich dachte, ich bin viel zu spät dran.“

Im Bärenmarkt 2018 hatte Cercatrova dann die Möglichkeit sich ohne den „noise“ links und rechts intensiver mit Bitcoin zu befassen. Kurze Zeit später setzte Cercatrova seinen ersten Node auf, richtete Hardware Wallets ein und stieg immer tiefer ins Rabbit Hole.

„Ich habe auch die Eigenschaften von Bitcoin immer mehr hinterfragt und überprüft. Dezentralität? Dezentral wurde Bitcoin eigentlich erst mit dem gewollten oder ungewollten Ausstieg von Satoshi Nakamoto.

„Aber das ist eigentlich das Beste, was Bitcoin passieren konnte, denn erst seit dem Abgang wurde es wirklich dezentral und der Community übergeben. Überall bei allen Altcoins und bei den ganzen Projekten, wo du eine Firma oder eine Foundation dahinter hast, was bei 99,9% aller Coins der Fall ist, da hast du einfach diese Dezentralität im Buch, aber nicht in Wirklichkeit. Denn das ist der erste Grund: Foundation und die ganzen Firmen. Dann kommt noch die ganze Art und Weise, wie die Blockchain aufgebaut ist und wie schmal, klein oder schlank diese ist.“

Einen Bitcoin Full Node kannst du derzeit auf einem Rasperry Pi laufen lassen.

„Jeder, der irgendwie einen Internetzugang hat, kann sich das leisten. Bei vielen anderen Krypto-Projekten sieht das ein bisschen anders aus. Als ich mich da eingearbeitet habe, wollte ich auch einen Ethereum Full Node betreiben und habe gesehen, ah dieser Full Node ist eigentlich gar nicht der Full Node. Sondern der Full Full Node, was alles abspeichert, ist dieser Archive Node, der ist mittlerweile irgendwie 2 TB groß und braucht eine Rechenleistung von fast einem Gaming PC oder noch mehr. Da kannst du natürlich 1 und 1 zusammenrechnen, dass gerade ein solcher Archive Node nicht auf einen Raspberry Pi zu Hause, bei mir, ein Meter neben mir jetzt, läuft, sondern irgendwo in der Cloud und niemand möchte ihn betreiben.“

Danke, Cercatrova!

Den zweiten Teil des Interviews gibt es in 7 Tagen!



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