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Wir investieren, wie wir Auto fahren – Was wir daraus lernen können

Wir investieren, wie wir Auto fahren – Was wir daraus lernen können

Wir investieren, wie wir Auto fahren – Was wir daraus lernen können

Niederlagen werden heruntergeschluckt, Siege werden übertrieben – das ist der typische Investor, wie man ihn kennt. Es gibt jedoch eine Sache, bei der die Bedingungen genau so sind wie in der Investmentwelt, bei der es aber recht einfach ist, zwischen Übertreibung und Wahrheit zu unterscheiden: Autofahrer. Los geht’s!

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Investieren und Auto fahren

Auch da halten sich alle für die Größten und Besten, während ihre Unfallschäden statistisch erfasst werden können.

Schauen wir uns daher hierzu eine Studie an. 1981 veröffentlichte der Psychologe Ole Svenson die Ergebnisse seiner Studie über die Selbsteinschätzung von Autofahrern hinsichtlich ihrer Fahrfähigkeiten. Es war eine vergleichende Studie, bei der er Amerikaner mit Schweden verglich.

Die Forschungsfrage lautete: Wenn ich mich mit den anderen (achtzig) Leuten vergleiche, die mit mir in diesem Raum sitzen, wo ordne ich mich in Bezug auf meine Fahrfertigkeiten und meine Fähigkeit, sicher zu fahren, ein?

Die Ergebnisse waren erschütternd: In Bezug auf ihre Fahrkünste stuften sich 7,5 Prozent aller Amerikaner als unterdurchschnittlich ein, 85 Prozent glaubten, im oberen Drittel der Fähigkeiten zu liegen, 60 Prozent glaubten, zu den besten 20 Prozent zu gehören und 22,5 Prozent sogar zu den besten 10.

Selbsteinschätzung und Risikomanagement

Die Schweden waren nicht weniger unrealistisch, aber zumindest etwas weniger hochtrabend in Bezug auf sich selbst: 7,2 Prozent glaubten, dass ihre Fähigkeiten unterdurchschnittlich sind, während sich knapp 80 Prozent zum oberen Drittel zählten. 46,1 Prozent gehören zu den Top 20 Prozent und 19,5 Prozent zu den Top 10.

In Bezug auf sicheres Fahren gaben dagegen 22,9 Prozent der Amerikaner an, unterdurchschnittlich zu sein, während sich 65,7 Prozent im oberen Drittel sehen. 22,8 Prozent der Top 20 angehören und sich nur 5,7 Prozent als Teil der Top 10 empfinden.

Bei den Schweden sind es dagegen 31 Prozent, die sich als unterdurchschnittlich einschätzen, während „nur“ 51 Prozent im oberen Drittel rangieren. Unter den Top 10 der Sicherheitsperformer sehen sich magere 2,2 Prozent, während sich 15,5 Prozent als Top 20 bewerten.

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Was sagt uns das?

Bezogen auf beide Völker lässt sich sagen, dass diejenigen, die ihr fahrerisches Können voraussichtlich völlig überschätzen, zumindest noch so logisch denken können, um sich nicht zu den überdurchschnittlichen Sicherheitsperformern zu zählen: 22,5 Prozent sehen sich als Top 10 in Sachen Können an, 22,9 Prozent als unterdurchschnittlich in Sachen Sicherheit – das passt.

Die Schweden hingegen sind viel weniger arrogant, wenn auch natürlich immer noch sehr, wenn sie sich in Sachen Sicherheit als durchschnittlich einschätzen, aber natürlich weiterhin glauben, dass sie zu den Besten gehören, was ihre Fahrkünste angeht. Es bleibt nur ein Funken Restzweifel, der ihnen sagt: Junge, du bist nicht unbedingt der Vorsichtigste, wenn auch natürlich schon sehr.

In Bezug auf beide Völker bleibt jedoch die abschließende Feststellung, dass sich jeder für etwas Besseres hält als Hans Durchschnitt. Und daran kann auch keine Katastrophe was ändern: Preston und Harris hatten 50 Autofahrer auf offener Straße und 50, die im Krankenhaus lagen, gefragt, ob sie sich für fähige Fahrer halten. Die Ergebnisse beider Gruppen waren fast identisch, obwohl 34 der 50 im Krankenhaus liegenden Fahrer ihren Unfall laut Polizeibericht selbst verschuldet hatten.

Was lernen wir daraus?

Solange wir uns ständig selbst überschätzen oder unseren Nebenmann weniger wertschätzen als uns selbst, werden wir nie besser als der Durchschnitt sein. Stattdessen werden wir wie die 68 Prozent nach selbstverschuldeten Unfällen im Krankenhaus liegen und allen erzählen, wie toll wir sind und dass wir einfach nur Pech hatten oder etwas Unerwartetes dazwischenkam oder – der Klassiker – wir Opfer von bösen Mächten oder Machenschaften wurden. Schuld sind also alle, nur nicht wir selbst. 

Diesem Denkmuster liegt dabei der sogenannte fundamentale Attributionsfehler zugrunde, der aussagt, dass wir Erfolg stärker auf uns selbst beziehen und Misserfolg den äußeren Umständen beimessen. Für jeden Investor ist es wichtig, zu dieser Erkenntnis zu gelangen und das Verhalten dementsprechend anzupassen. Denn oft ist nicht entscheidend zu denken, was man alles weiß, sondern zu wissen, was man nicht weiß. Das kann einen vor schwerwiegenden Fehlern bewahren.

Von der Realität verzerrtes Denken hingegen macht uns durchschnittlich und durchschnittlich anfällig für Betrug – egal, ob wir eingebildete Amerikaner oder hochnäsige Schweden sind.

Hier schreibt Walter Leonhardt – Wissenschaftler, Analyst und Autor. Walter ist Experte für Scam und alles, was im Bereich des Betrugs stattfindet. Bei Fuchs Inc. präsentiert er euch wissenswerte Insights rund um Scams.

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Risikovermeidung schützt vor Verlusten nicht – Was du dazu wissen solltest

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Wenn wir über risikoreiches Finanzverhalten sprechen und Leute fragen: „Was denken Sie darüber?“, behaupten sie alle, sichere Investoren zu sein. „Glücksritter? Andere, sicher, aber ich, niemals“, ist die häufigste Antwort, die man kriegt. Und wenn wir diese in Zahlen ausdrücken, ergibt das: Auf einer Risikoskala von 1-10 haben die über 65-Jährigen die geringste Risikoaversion (3,72), während die 40-49-Jährigen die höchste haben (4,90).

Wie steht es um deine Risikoaversion?

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Wenn jetzt andere einwenden, dass das Alter nicht alles ist, sage ich: richtig! Ein deutlicheres Bild zeichnet sich bei der Betrachtung der Einkommenscluster: Diejenigen, die weniger als 25.000 pro Jahr verdienen, haben die niedrigste Risikoaversion von allen (3,0), während diejenigen, die mehr als 100.000 verdienen, die höchste haben (5,40). Die Werte für diejenigen mit 50-75.000 lauten 4,46, während die von 75-100.000-Verdienern 5,17 sind.

Gleichzeitig geben ausgerechnet 56 Prozent der investmenterfahrenen Senioren an, schon mindestens einmal bis zu 10.000 Dollar durch Anlagebetrug verloren zu haben, 31 Prozent sogar mehr als zehntausend.

Wie passt das mit der geringen Risikoaversion zusammen, die selbst bei denjenigen, die im sechsstelligen Bereich verdienen, knapp über Durchschnitt liegt? Wo sind die ganzen Highrisk-Spieler mit Risikoaversion 6,0 und höher? Gibt es die nicht? 

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Was sagt uns das dann über Anlagebetrugsopfer?

Entweder dass es keine Rolle spielt, wie investmenterfahren und risikoaffin man ist, sobald man über sich die Kontrolle verliert, oder dass alle Leute ihre Risikoaversion zu gering einschätzen; dass sie sich selber für das eine entscheidende Prozentpünktchen besser oder erfahrener oder schlauer betrachten als die ganze restliche Menge.

 Jeder ist etwas Besonderes oder will das zumindest sein. Vor allem, was Können und Erfahrung betrifft.

Woher wissen wir das?

Wie viele von euch sind über 40 und müssen noch arbeiten? Alle mit Ausnahme dessen, der schreibt?

Ich persönlich habe von sicheren Investments keine Ahnung, kenne dafür aber tausend Wege, die in den Abgrund führen.

Ich bin nicht risikoscheu, ich bin sicherheitsbewusst. Ich habe schon manchmal alles auf eine Karte gesetzt – und verloren. Und habe es später an anderer Stelle wieder zurückgewonnen. Denn ich gehe all-in, wenn meine Chancen auf Totalverlust gering sind und nicht, wenn meine Gewinnchancen hoch sind. Ich kenne die Karten der anderen nicht. Ich weiß auch nicht, was der Großteil der anderen Anleger tut, aber ich achte auf mein eigenes Blatt, beobachte den Markt und halte mich nicht für besser als der übrige Durchschnitt. Und deshalb gibt es zumindest eine Sache, auf die ich nicht hereinfalle: Ich lasse mich weniger verarschen. Darin bin ich ein bisschen unterdurchschnittlich. Mehr nicht.

Wer risikoscheu ist, verliert in der Not schnell den Kopf

Er gerät in Panik, denkt nur an sich selbst – und wird für andere berechenbar. Wenn man dagegen den Mut besitzt, mit sicheren Karten in der Hand Risiken einzugehen und weiß, dass man im Normalfall nicht allzu viel verlieren kann, wird man sich im Extremfall ganz anders verhalten – man macht vielleicht immer noch Verluste, weiß aber, dass die Entscheidung, groß einzusteigen, richtig war – unter gleichen oder sehr ähnlichen Umständen würde man die gleichen oder sehr ähnliche Entscheidungen treffen.

Wer das nicht tut und immer erst im Nachhinein seine Verlustwahrscheinlichkeit berechnet, verhält sich wie Captain Hindsight mit seinen drei Sidekicks Coulda, Shoulda und Woulda.

Danach weiß es jeder am besten.

 

Hier schreibt Walter Leonhardt – Wissenschaftler, Analyst und Autor. Walter ist Experte für Scam und alles, was im Bereich des Betrugs stattfindet. Bei Fuchs Inc. präsentiert er euch wissenswerte Insights rund um Scams. Diesmal basierend auf dem Forschungsbericht Financial Fraud And Fraud Susceptibility In The United StatesWalter Leonhardt hat 2020 zusammen mit BeNeLux-Betrugsexperten Frans Roest eine Forschungsarbeit über ein klassisches Bullshit-Investmentprodukt namens „binäre Optionen“ veröffentlicht.

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